03. Jul 2006 07:14
Der Zentralrat der Juden hat die Bildungsarbeit zum Holocaust an deutschen Schulen scharf kritisiert. Vor allem in Ostdeutschland gebe es noch Lehrer, die über die Nazi-Zeit «fast überhaupt nichts» wüssten, sagte Präsidentin Knobloch.
Sie wies vor diesem Hintergrund auf das Problem Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern hin. «Im Bundesland Sachsen ist der Horror quasi schon Realität», sagte sie. «Die Rechten sind dort fest etabliert.» Sie hätten bestimmte Landesteile und gewisse Ortschaften in ihrer Hand, erläuterte Knobloch und fügte mahnend hinzu: «Man darf dieser braunen Wirklichkeit keine Nahrung geben.»Deshalb sei es «ganz entscheidend», neue Wege der Holocaust-Vermittlung zu finden. In einem extra Fach Nationalsozialismus könnte man nach Ansicht Knoblochs beispielsweise «auf das Wissen von Zeitzeugen zurückgreifen und auf die Möglichkeiten, die die vielen Gedenkstätten bieten». Gerade für junge Menschen seien die Leute, die den Holocaust erlebt hätten, wichtig. Sie könnten Jugendlichen Fragen beantworten, die nicht in Lehrbüchern stünden. Viele begriffen dann, dass die Judenvernichtung «ein einmaliger Völkermord in der Geschichte war».
Knobloch stellte dabei in den Vordergrund, dass eine «richtige» Vermittlung des Holocaust «um Gottes Willen den jungen Menschen kein Schuldgefühl aufladen» dürfe.