Jüdischer Weltkongress warnt vor Iran
Der Iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte unter anderem die Judenvernichtung in der Nazi-Zeit geleugnet. Zudem will der Iran im kommenden Oktober eine Konferenz zum Holocaust veranstalten. Dabei wolle das Regime in Teheran einen Schulterschluss mit Nazis in Deutschland versuchen, sagte Knobloch.
Auch der Potsdamer Historiker Julius Schoeps kritisierte, dass die deutsche Gesellschaft den antisemitischen Äußerungen des iranischen Präsidenten «nicht engagiert genug» entgegentrete. «Offensichtlich spielen dabei Wirtschaftsinteressen eine Rolle», sagte Schöps der Netzeitung. «Wenn Ahmadinedschad zum Pogrom aufruft, geht das alle an und nicht nur Juden», kritisierte der Direktor des Moses- Mendelssohn-Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam.
Die Haltung des Westens gegenüber der iranischen Regierung sei «eine Form von Appeasementpolitik», sagte Schoeps und bezeichnete die Haltung der Bundesregierung als «nicht akzeptabel». Der Historiker wünscht sich von der Bundesregierung «eine klare Stellungnahme». Die habe es bisher jedoch noch nicht gegeben, kritisierte Schoeps, der selbst Jude ist und stellvertretender Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Berlin war.
Weitere Schwerpunkte der Berliner Tagung des WJC-Rates waren der Kampf gegen den Antisemitismus, der Dialog zwischen den Religionen und die Lage im Nahen Osten. Singer betonte, dass dies nicht nur Probleme der Juden sondern der gesamten Welt seien. Juden, Christen und Muslime müssten miteinander darüber sprechen.
Der WJC-Rat wurde im Februar gegründet und soll den Jüdischen Weltkongress als eine Art Rat der Weisen in politischen Fragen beraten. Zu seinen Mitgliedern zählen Ex-Außenminister Joschka Fischer, der frühere österreichische Bundeskanzler Franz Vranitzky und der frühere ungarische Ministerpräsident Miklós Németh. (nz)
