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Vorschläge zu Spiegel-Nachfolge «pietätslos»

19. Mai 2006 17:54
Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats
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Der Zentralrat der Juden hat sich mit scharfen Worten gegen Spekulationen um mögliche Nachfolger für seinen gestorbenen Präsidenten gewandt. Es sei «pietätlos» vor Ende der Trauerzeit Empfehlungen zu geben.

Über den neuen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland soll am 7. Juni entschieden werden. Das teilte Generalsekretär des jüdischen Dachverbandes, Stephan Kramer, am Freitag in Berlin mit. Demnach bestimmen die Gremien des Zentralrats den Nachfolger des gestorbenen Zentralratspräsidenten Paul Spiegel nach der jüdischen Trauerzeit von 30 Tagen, die am 28. Mai 2006 endet.

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Der Unternehmer Spiegel war 1999 an die Spitze des Zentralrates gewählt worden. Er war im Alter von 68 Jahren in Düsseldorf einem Krebsleiden erlegen.

Aussichtsreichste Kandidaten

Scharfe Kritik richtete Kramer an diejenigen, die öffentlich eine Debatte über mögliche Spiegel-Nachfolger angestoßen haben. «Empfehlungen und Spekulationen um die mögliche Nachfolge sind bis [zum Ende der Trauerzeit; d. Red.] nicht nur pietätlos, sondern entbehren aktuell jeder Grundlage», so Kramer. «Es fällt auf, dass sich Personen in dieser Frage zu Wort melden, die weder an der Entscheidung selbst beteiligt sind, noch überhaupt den Gremien des Zentralrats angehören.»

Als aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge im Amt des Zentralratspräsidenten gelten die beiden Vizepräsidenten Charlotte Knobloch (München) und Salomon Korn (Frankfurt).

Unterstützung für Korn und Friedman

Für Korn hatte der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, geworben, weil dieser eine «tragfähige Zukunftslösung» darstelle.

Eine weiterer Name wurde vom jüdischen Publizisten Rafael Seligmann ins Gespräch gebracht. Er schlug den Rechtsanwalt und Fernsehmoderator Michel Friedman vor. Friedman war 2003 wegen einer Drogenaffäre als Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland zurückgetreten. (nz)

 
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