15. Mai 2006 17:48
Vor gut zwei Wochen ist der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Spiegel, gestorben. Nun gibt es Medienberichte über dessen mögliche Nachfolge. Der Zentralrat dementierte allerdings umgehend und will die Trauerzeit einhalten.
Der Zentralrat wies den Bericht allerdings sofort als «reine Spekulation» zurück. «Es gibt zur Zeit keinerlei Diskussionen über diese Frage», sagte Zentralrats-Geschäftsführer Stephan Kramer der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Man wolle die 30-tägige Trauerzeit für den am 30. April gestorbenen Präsidenten Paul Spiegel einhalten. Erst im Juni sollen sich demnach die Gremien mit der Nachfolge-Frage beschäftigen.
Knobloch selbst wollte sich ebenfalls aus Rücksicht auf die Trauerzeit nicht äußern.
Laut «FAZ» hat sich der bisherige Favorit, der Vizepräsident und Vorsitzende der Frankfurter Gemeinde Salomon Korn, noch nicht entschieden, will aber offenbar nicht kandidieren. Nach Informationen der Blattes wollen die sieben Präsidiumsmitglieder des Zentralrats, die den Nachfolger Spiegels aus ihrer Mitte bestimmen, schon Anfang Juni die Wahl abhalten.
Korn sagte, der Bericht entbehre jeglicher Grundlage. «Das sind alles nur Vermutungen.» Erst Mitte Juni werde es eine Präsidiumssitzung geben, auf der wahrscheinlich die Weichen für den künftigen Vorsitz gestellt würden. Vorher werde in dieser Frage nichts entschieden. (nz)