27. Jan 2006 13:57
Der erste Prozess in Deutschland, in dem ein Jude für sich das Recht einfordert, einen anderen Juden einen Antisemiten nennen zu dürfen, ist zu Ende gegangen. Der Publizist Broder unterlag.
Broder hatte die beiden Juden eines aus jüdischem Selbsthass rührenden Antisemitismus bezichtigt. Daraufhin hatten Melzer und Meyer in einer einstweiligen Verfügung Broder untersagen lassen, diese Behauptung weiterhin zu verbreiten, wogegen der Publizist geklagt hat. Auf einer von ihm gestalteten Internetseite hatte Broder behauptet, Melzer und Meyer seien «Kapazitäten für angewandte Judäophobie». Die Äußerung Broders, dass die beiden Kläger bei einer Vortragsveranstaltung «für die Leipziger den Hitler machten», sah das Gericht dagegen von der Meinungsfreiheit gedeckt. (nz)