Zentralrat der Juden in Deutschland rät zu israelischer Hilfe im Kampf gegen Nazis
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Politik eindringlich aufgefordert, gegen das Erstarken von Nazis vorzugehen. Besorgt äußerte sich Zentralrat-Präsident Paul Spiegel vor allem über Erkenntnisse des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), wonach Nazis immer mehr von gewaltbereiten Jugendlichen unterstützt werden. Die Politik müsse dieser Entwicklung Einhalt gebieten, sagte er der Netzeitung.
Spiegel forderte, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Kultusminister sollten sich mit Experten vom Education Center der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem zusammensetzen. Die Fachleute dort wüssten, wie man Jugendliche dazu bringe, sich mit der Nazi-Zeit auseinanderzusetzen. Das Education Center könne Schulen in Deutschland «wertvolle Anregungen» geben. Fortbildungsseminare für Lehrer seien nicht nur eine «sehr wesentliche Sache», sondern «dringend geboten».
Auch das Holocaust-Mahnmal in Berlin könne nicht verhindern, dass die Nazi-Zeit «in Vergessenheit» gerate, zumal, wenn Jugendliche «lieber auf den Stelen herumturnen», statt sich am «Ort der Information» über Opfer und Täter zu informieren. «Dann können Rattenfänger kommen, und Jugendliche werden ihnen nicht entgegentreten können.»

