netzeitung.deBesucher spielen auf Holocaust-Mahnmal herum

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Spielende Jugendliche am Holocaust-Mahnmal (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Spielende Jugendliche am Holocaust-Mahnmal
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bilder von Besuchern, die im Berliner Holocaust-Mahnmal von Stele zu Stele hüpfen, haben eine Debatte um den Umgang mit der Gedenkstätte entfacht. Bürgermeister Wowereit ermahnte zu mehr Respekt.

Angesichts jüngster Bilder von Jugendlichen, die von einer Stele auf die andere springen und sich bei Handständen auf den Gedenksteinen gegenseitig fotografieren, hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Besucher des Holocaust-Mahnmals aufgerufen, respektvoll mit der Gedenkstätte umzugehen. «Grundsätzlich ist das Mahnmal ein offenes Mahnmal», sagte er der «Berliner Morgenpost». Trotzdem müsse «mit der Gedenkstätte würdevoll umgegangen werden».

Wowereit sagte, einerseits sei das Wachpersonal dazu da, diesen Respekt einzufordern, andererseits sollten darauf aber auch die Besucher achten. Der Bürgermeister regte an, dass Besucher erst durch den Ort der Information gehen, wo Einzelschicksale dokumentiert sind, und dann das Stelenfeld betreten, um so einen Eindruck zu erhalten, der den Ernst des Mahnmals wiedergibt.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, sagte, er sehe nun seine Befürchtungen über einen zum Teil respektlosen Umgang mit dem Holocaust-Mahnmal bestätigt. Es sei eben «kein authentischer Ort», sagte Spiegel am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Er fürchte, dass die Besucher das Denkmal als «Event» sehen und nicht den unterirdischen Ort der Information besuchen. Am Sinn des jahrelang umstrittenen Mahnmals gebe es aber keine Zweifel mehr. «Jetzt muss man es annehmen und das Beste daraus machen.» (nz)