netzeitung.deRosh gibt nach Protesten Backenzahn zurück

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Lea Rosh (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Lea Rosh
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Die Initiatorin des Holocaust-Mahnmals Rosh hat angekündigt, den Backenzahn eines von den Nazis ermordeten Juden nach Polen zurückzubringen. Schließlich sei ungewiss, ob das NS-Opfer wieder auf deutschen Boden gelangen wolle.

Nach zahlreichen Protesten gibt die Initiatorin der Berliner Holocaust-Mahnmals, Lea Rosh, den Backenzahn eines NS-Opfers an die KZ-Gedenkstätte Belzec in Polen zurück. Eigentlich wollte sie den Zahn, in dem am Dienstag eröffneten Holocaust-Mahnmal unterbringen wollen.

Sie werde den Zahn nun «unverzüglich» zurückbringen, teilte Rosh mit. In Belzec solle der Zahn «in aller Stille und der Halacha (der jüdischen Normenordnung) entsprechend» begraben werden. Dazu wolle sie mit dem Historiker Eberhard Jäckel nach Polen reisen. Rosh hatte den Zahn 1988 gemeinsam mit Jäckel bei Reisen für den Film «Der Tod ist ein Meister aus Deutschland» in dem Vernichtungslager der Nazis im heutigen Polen gefunden.
Kein Reliquienkult
Sie habe geschworen, «dass wir den Ermordeten ein Denkmal setzen. Und dieser Zahn wird darin einen Platz finden», sagte sie bei der Eröffnung des Mahnmals. Als sie den Zahn damals gefunden hätten, sei das Entsetzen groß gewesen, schrieben Rosh und Jäckel am Freitag. Jahrzehntelang seien alle über die Reste der Opfer gelaufen, niemand habe sie bestattet.

Der Plan, den Zahn in dem Denkmal zu verwahren, sei eine «ganz und gar persönliche Entscheidung» gewesen. «Wir haben uns nicht vorgestellt, dass dieser kleine symbolische Akt auf Widerspruch stoßen könnte. Wir können auch heute nicht erkennen, was daran anstößig sein soll.»

Architekt Peter Eisenman habe, als er von dem Plan erfahren habe, «bewegt» zugestimmt. «Der Platz sollte unerkannt bleiben.» Es war laut Rosh weder als Beerdigung noch als Reliquienkult gemeint. «Aber alle sollte wissen können, dass der Zahn irgendwo lag, um den Sinn des Denkmals zusätzlich zu verdeutlichen.» Nun habe sie das Argument überzeugt, dass man nicht wisse, ob das NS-Opfer in irgendeiner Form wieder auf deutschen Boden gelangen wollte. (nz)