netzeitung.deZentralrat der Juden unterstützt Fischer

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Salomon Korn (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Salomon Korn
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Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes hatten Außenminister Fischer angegriffen, weil dieser Nachrufe für NS-belastete Diplomaten abgesetzt hatte. Der Zentralrat der Juden lobte dagegen die Maßnahme.

Im Streit um die Gedenkpraxis des Auswärtigen Amtes unterstützt der Zentralrat der Juden in Deutschland Außenminister Joschka Fischer (Grüne). Dass Fischer die internen ehrenden Nachrufe für gestorbene Diplomaten, die einst NSDAP-Mitglieder waren, abgeschafft habe, sei richtig, sagte Vizepräsident Salomon Korn dem «Tagesspiegel».

«Wer eine Funktion im Nationalsozialismus hatte und bewusst oder unbewusst dafür sorgte, dass dieses Räderwerk lief, der muss sich gefallen lassen, dass seine Tätigkeit nach 1945 nicht lobend oder ehrend herausgehoben wird», sagte Korn. Der starke Widerstand, auf den Fischers Schritt gestoßen sei, sei Ausdruck «einer sich gegenwärtig abzeichnenden Revision der Geschichte des 'Dritten Reiches'». «Auch wer im Nationalsozialismus Mitläufer war, erhebt mittlerweile Anspruch, als Opfer gesehen zu werden», kritisierte Korn.

Rund 70 Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes hatten sich an einer Unterschriftenaktion gegen die Weisung Fischers beteiligt, verstorbene Mitarbeiter des Außenamtes nicht mehr in der Hauszeitschrift zu ehren, wenn sie Mitglied der NSDAP waren. (nz)