netzeitung.deProgressive Juden unterstützen Pläne der Union zur Gedenkstättenpolitik

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Die Weltunion für Progressives Judentum hat den Antrag der CDU zur Erinnerung an die deutsche Diktaturgeschichte begrüßt. Dem Entwurf gelinge es, auf die drückende Finanzproblematik hinzuweisen, sagte Gouverneur Homolka der Netzeitung.

Die Bundesregierung ist nach Ansicht der Weltunion für Progressives Judentum für die schlechte Finanzausstattung der Gedenkstätten verantwortlich. Es sei daher zu begrüßen, dass die Union einen Antrag in den Bundestag eingebracht habe, der «die Problematik sinnfällig» aufzeige, sagte Walter Homolka aus dem Leitungsgremium der Weltunion für Progressives Judentum (WUPJ) der Netzeitung.

Die derzeitige Finanzierungslage der Gedenkstätten in Deutschland bezeichnete der Gouverneur der WUPJ als «nicht rosig». «Eine Antwort auf diesen Missstand bleibt die derzeitige Bundesregierung leider schuldig», kritisierte Homolka.
CDU-Ansatz würdigen
Zugleich warnte er davor, im Zusammenhang mit der Kritik am Unions-Gedenkstättenkonzept die Solidarität der Gedenkstätten untereinander aufs Spiel zu setzen. Zusammen hätten die Einrichtungen auf die insgesamt bestehenden Probleme aufmerksam gemacht, sagte er. «Der vorliegende Entwurf versucht nun, die drückende Finanzproblematik aufzugreifen und einer Lösung zuzuführen, die das Andenken an Opfer von Nationalsozialismus und Opfer von kommunistischer und sozialistischer Diktatur angemessen wahrt. » Den Ansatz gelte es zu würdigen.

Gleichwohl halte er den Unions-Entwurf für «suboptimal», so Homolka. Er wies darauf hin, dass auch einige Gedenkstätten die Pläne als nicht hilfreich erachteten, «weil die notwendige Differenzierung zwischen den Anliegen verloren» gehe. Der Entwurf müsse daher nachgebessert werden, betonte er. «Der Streit über den richtigen Weg sollte aber das Problem an sich nicht verdecken.»

Gedenkstätten zur Erinnerung
Vor allem jüdische Organisationen und Opferverbände kritisieren den Antrag der CDU für ein «gesamtdeutsches Gedenkstättenkonzept». Das Simon-Wiesenthal-Zentrum forderte gar, den Entwurf zurückzuziehen. Kritik kam auch von Vertreter aller im Bundestag vertretenen Parteien.

In dem Unionsantrag wird ein neues Gesamtkonzept für alle Gedenkstätten von nationaler Bedeutung in Deutschland gefordert. Dabei sollte der Bund stärker als bisher vor allem Gedenkstätten zur Erinnerung an die SED-Diktatur und den Widerstand gegen sie fördern.


Für das Web ediert von Dietmar Neuerer