Zivilisten von US-Soldaten im Irak erschossen
27.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Angehörige der US-Streitkräfte haben in Beidschi und Bagdad mehrere Zivilisten getötet
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In dem einen Wagen im Irak saßen zwei Männer und ein Kind, das zweite Fahrzeug war ein Bus. Beide hätten versucht, Straßensperren zu durchbrechen, sagen US-Soldaten - und schossen auf die Menschen.
Amerikanische Soldaten haben an Straßensperren im Irak mindestens fünf Zivilisten erschossen. Nach Angaben der US-Streitkräfte passierte der erste Zwischenfall am Montag in der Stadt Beidschi, 250 Kilometer nördlich von Bagdad. Die Soldaten schossen demzufolge auf einen Wagen, dessen Fahrer Warnschüsse ignoriert hatte und auf die Absperrung zugerast war. Zwei Männer und ein Kind wurden getötet.
In Bagdad eröffneten US-Soldaten am Dienstagmorgen das Feuer auf einen Bus, der ihren Angaben zufolge versucht hatte, eine Straßensperre zu durchbrechen. Nach Militärangaben kamen dabei zwei Menschen ums Leben, Krankenhausmitarbeiter sprachen sogar von vier Toten.
Getarnt als BrautpaarUnterdessen gab das irakische Verteidigungsministerium die Festnahme von zwei Terrorverdächtigen bekannt, die sich als Hochzeitspaar verkleidet hatten. Getarnt als Braut und Bräutigam hätten die beiden Männer samt ihrer angeblichen Gäste am Sonntag versucht, einen Kontrollpunkt bei Tadschi nördlich von Bagdad zu passieren. Die Soldaten seien auf die Gruppe aufmerksam geworden, weil es sich fast ausschließlich um Männer gehandelt habe, sagte ein Ministeriumssprecher. Das falsche Brautpaar sowie zwei weitere Verdächtige wurden festgenommen. (AP)