Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland  »  Spezial Irak
DruckenVersenden
 

Blackwater-Mitarbeiter für US-Ermittler tabu

30. Okt 2007 07:23, ergänzt 19:49
US-Behörden dürfen Blackwater-Mitarbeiter wegen möglicher Verbrechen im Irak nicht belangen
Bild vergrößern
Die US-Behörden haben der privaten Sicherheitsfirma Blackwater Immunität für ihre Arbeit im Irak zugesichert. Die irakische Regierung will dagegen, dass die Ermittler die Mitarbeiter befragen dürfen.

In Washington und Bagdad gibt es in der Frage der Immunität für ausländische Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen im Irak offensichtlich gegensätzliche Initiativen. Während die irakische Regierung am Dienstag dem Parlament in Bagdad eine Gesetzesvorlage zur Aufhebung der Immunität übermittelte, berichtete die «New York Times» am selben Tag, das US- Außenministerium habe bei Ermittlungen gegen das Sicherheitsunternehmen Blackwater wegen des Todes von 17 Irakern Mitarbeitern der Firma Immunität angeboten. Das Blatt berief sich dabei auf US-Regierungsbeamte.

Mehr in der Netzeitung:
Ermittler des Außenministeriums hätten das Angebot unberechtigt unterbreitet und ohne ihre Vorgesetzten in Washington davon zu informieren, hieß es. Aufgrund der irakischen Regierungsvorlage sollen für Mitarbeiter privater ausländischer Sicherheitsfirmen dagegen künftig irakische Gesetze gelten.

Blackwater-Wachleute hatten Mitte September 17 Iraker im Westen Bagdads getötet, als sie auftragsgemäß einen Diplomatenkonvoi schützen sollten. Einer Untersuchung der US-Armee zufolge hatten die Wachleute ohne Provokation das Feuer eröffnet, was auch der Sicht der irakischen Regierung entspricht. Das Sicherheitsunternehmen hingegen beharrt darauf, dass seine Mitarbeiter zuvor angegriffen worden seien. Das US-Außenministerium will als Konsequenz aus dem Vorfall private Sicherheitsunternehmen in Krisenregionen künftig besser überwachen.

SCharfe Kritik

Wie die «New York Times» berichtet, beinhaltet die angebotene Immunität, dass die Blackwater-Beschäftigten nicht für ihre Aussagen während der Befragungen durch Ermittler strafrechtlich belangt werden können. Zivile Mitarbeiter von Firmen wie Blackwater könnten nicht vor US-Militärgerichte gestellt werden, und es ist umstritten, ob sie der amerikanischen Strafgerichtsbarkeit unterliegen. US-Bürger können darüber hinaus nicht von irakischen Gerichten belangt werden.

Die Demokratische Partei reagierte mit scharfer Kritik auf den Vorgang und sprach von einer Behinderung der eingeleiteten Untersuchungen. Ihr Präsidentschaftsbewerber Barack Obama verlangte in einem Brief an Außenministerin Condoleezza Rice Auskunft darüber, ob sie von der begrenzten Immunität gewusst habe und ob sie dieses Vorgehen billige.

Er fragte außerdem, ob das FBI und das Justizministerium vor der Entscheidung unterrichtet worden seien. Der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Senat, Patrick Leahy, warf der Regierung eine Politik der Amnestie vor, wenn es zu Fehlverhalten in den eigenen Reihen komme. An den Untersuchungen zum Fall Blackwater ist auch das Bureau of Diplomatic Security beteiligt, eine Stelle des Außenministeriums, die für die Sicherheit von Diplomaten zuständig ist.

Aussage verweigert

In der vergangenen Woche hat deren Leiter Richard Griffin seinen Rücktritt erklärt. Seine Demission steht nach Angaben von hohen Beamten des Ministeriums in direktem Zusammenhang mit seinen Kontrollaufgaben gegenüber den Einsatzkräften von Blackwater.

Ermittler der amerikanischen Bundeskriminalpolizei (FBI) waren am Montagabend aus Bagdad zurückgekehrt, wo sie die Schießerei vom 16. September untersucht hatten. Dabei verweigerten mehrere Beteiligte von Blackwater dem Vernehmen nach die Aussage. (dpa/AP)

 
DruckenVersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Entführung in der Provinz Parwan: 
Deutsche Geisel in Afghanistan befreit
 
Nach Gefangenenaustausch in Nahost: 
Hamas will deutsche Vermittler
 
Irische Demonstranten verlangen Respekt für ihr Nein: 
Sarkozy ganz kleinlaut in Dublin
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.