08.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Britische Soldaten in der südirakischen Stadt Basra
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der US-geführte Anti-Terrorkrieg hat nach Einschätzung britischer Experten keine Sicherheit gebracht, sondern nur Al Qaeda in die Hände gespielt. Der Westen müsse seine Politik dringend ändern.
Der so genannte Krieg gegen den Terrorismus ist nach Ansicht britischer Experten zu einem «Desaster» geworden. Um das Terrornetzwerk Al Qaeda besiegen zu können, müsse der Westen sein Vorgehen im Irak und in Afghanistan grundlegend ändern und unbedingt von Angriffen auf den Iran absehen, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie der liberalen Expertengruppe Oxford Research Group.
Die Experten empfehlen der britischen Regierung den vollständigen Rückzug aus dem Irak und die schrittweise Verringerung der militärischen Operationen in Afghanistan. «Der Westen muss einfach erkennen, welche gefährlichen Fehler in den letzten sechs Jahren gemacht wurden und die Notwendigkeit einer neuen Politik erkennen», fordert der Leiter der Studie, Paul Rogers. «Jeder einzelne Aspekt des Krieges gegen den Terrorismus war im Irak und in Afghanistan kontraproduktiv, von den Opfern unter Zivilisten bis hin zu Massenverhaftungen ohne Gerichtsverfahren. Es war ein Desaster.» Der Westen habe damit Al Qaeda ungewollt in die Hände gespielt.
Hoffnung auf weiteren TruppenabzugDie Studie wurde im Vorfeld eines Berichtes des britischen Premierministers Gordon Brown zum bisherigen und künftigen Vorgehen seiner Regierung im Irak veröffentlicht. Von der Rede Browns am Montagnachmittag im Unterhaus erwarten Beobachter Aufschluss über eine mögliche weitere Reduzierung der britischen Truppen im Irak.
In der vergangenen Woche hatte Brown bei einem Überraschungsbesuch in Bagdad nach einem Treffen mit dem irakischen Regierungschef Nuri al Maliki den Abzug von insgesamt 1000 Soldaten verkündet. Sie sollen bis Jahresende das Land verlassen. Derzeit sind etwa 5500 britische Soldaten im Irak. Der Hauptstützpunkt ist der Flugplatz nahe der südirakischen Stadt Basra. (dpa)