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Mehr private Dienstleister als US-Soldaten im Irak

20. Sep 2007 15:11
Gelände der Sicherheitsfirma Blackwater im US-Bundesstaat North Carolina
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Im Auftrag der Bush-Regierung arbeiten im Irak rund 180.000 Mitarbeiter privater Dienstleistungsfirmen. In den USA wird nun darüber debattiert, ob die Armee allein zurecht käme.

Im Irak sind inzwischen mehr Mitarbeiter von privaten Vertragsfirmen im Auftrag der US-Regierung tätig als Soldaten. Nach der Schießerei zwischen Mitarbeitern der US-Sicherheitsfirma Blackwater und Irakern mit mindestens elf Toten ist die Debatte über den Einsatz dieser privater Dienstleister neu entflammt.

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Allein die Zahl der vom Verteidigungs- oder Außenministerium beschäftigten Leibwächter und privaten Sicherheitskräfte wie die der Firma Blackwater beläuft sich auf fast 10.000. Ihre Anwesenheit ist an sich nichts Neues. Einen scharfen Einschnitt bedeutet es aber, wenn die Mitarbeiter dieser Firmen nun selbst feindliche Kämpfer angreifen. Damit stellt sich die Frage, wo die Linie zwischen Privat- und Berufsheer gezogen wird.

Insgesamt arbeiten zur Zeit mehr als 180.000 Amerikaner, Iraker und andere Staatsangehörige als Vertragspartner der US-Regierung im Irak. Sie beschäftigen sich unter anderem mit Sicherungsaufgaben, Informationsbeschaffung, Straßenbau, Logistik und dem Aufbau eines Finanzsystems. Ihnen stehen nach Angaben des Pentagon 169.000 Soldaten gegenüber. Hinzu kommen 12.400 Alliierte. In den USA stellt sich nun die Frage, ob die Streitkräfte im Irak ohne die Hilfe der Privatunternehmen überhaupt handlungsfähig wären.

Bush-Regierung setzt auf Outsourcing

Als Gründe für den Rückgriff auf Unternehmen gelten zum einen die Reduzierung des Gesamtheeres seit Ende des Kalten Krieges. Ein weiterer Grund ist die Vorliebe der Bush-Administration, staatliche Aufgaben an die Privatwirtschaft zu delegieren. Von einem «Outsourcing des Krieges» kann für die Vertreter der Privatwirtschaft jedoch keine Rede sein.

Stan Soloway, Präsident des Professional Service Council, sagt: «Normalerweise gäbe es einen sequenziellen Prozess: Man erreicht einen gewissen Grad an Sicherheit, danach beginnt der Wiederaufbau und schließlich wird die Infrastruktur aufgebaut. Das wird jetzt alles zur gleichen Zeit gemacht, weshalb die Zahl privater Unternehmen so hoch ist.»

Pentagon-Sprecher Bryan Whitman sagte, die Vertragspartner übernähmen Aufgaben, die das Militär nur von seiner Hauptaufgabe ablenken würde. «Man verwandelt keinen Jäger in einen Koch, wenn man auch einen Koch einstellen kann», sagte Whitman. Der demokratische Abgeordnete David Prince interpretiert die Zahlen anders: «Man könnte annehmen, dass Privatunternehmen dazu dienen, das Ausmaß unserer wirklichen Verwicklung im Irak zu kaschieren.»

Neuer rechtlicher Rahmen gefordert

Unterstützt vom demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama schlägt Prince außerdem vor, das alle von der Regierung unter Vertrag genommenen Firmen endlich ebenfalls unter Bundesgesetz fallen. Bisher haben Mitarbeiter der Firmen Immunität gegenüber der irakischen Regierung, jedoch nicht gegenüber internationalen Gesetzen. (AP)

 
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