Ein Sprecher des Innenministeriums, Abdul Karim Chalaf, sagte, wegen der Toten und Verletzten müssten sich die Sicherheitsleute nun vor der Justiz verantworten. Bislang wurde im Irak allerdings keine private Sicherheitsfirma je für Übergriffe zur Rechenschaft gezogen. Die rechtliche Stellung der privaten Dienstleister liegt in einer Grauzone: Sie unterliegen nicht der US-Militärjustiz, nach US-Lesart aber auch nicht der irakischen Justiz. Das US-Verteidigungsministerium hat wesentliche Aufgaben an die bei den Irakern wegen ihres martialischen Auftretens unbeliebten Dienstleister delegiert. Der mögliche Lizenzentzug von Blackwater könnte damit ein für die Amerikaner gefährlicher Präzedenzfall werden. Blackwater hat etwa 1000 Angestellte im Irak und führt im Wert von mindestens 800 Millionen Dollar Aufträge der US-Regierung aus.
Am Montag war zunächst unklar, ob der Entzug der Lizenz nur zeitweise oder unbefristet gelten würde. Das Außenministerium erklärte, noch nicht offiziell von der Entscheidung der irakischen Regierung benachrichtigt worden zu sein. Mehrere zehntausend privater Söldner sind im Irak im Einsatz, unter ihnen viele US-Bürger und Briten. Sie werden vor allem für den Personenschutz eingesetzt, sind zumeist mit automatischen Waffen und gepanzerten Fahrzeugen ausgerüstet und unterstehen meist keiner anderen Aufsicht als der ihres Unternehmens. Blackwater unterhält in Bagdad auch eine Hubschrauberflotte.
Die Gewalt im Irak blieb unterdessen auch in den ersten Tagen des Ramadans auf hohem Niveau: Mindestens 31 Menschen kamen seit Sonntag nach Angaben von Polizei und Streitkräften bei Anschlägen und Feuergefechten ums Leben. Bei gemeinsamen Einsätzen der amerikanischen und irakischen Streitkräfte in der Nähe der Hauptstadt wurden außerdem 31 mutmaßliche Islamisten festgenommen. (AP)