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Britische Militärs verurteilen Bushs Irak-Politik

02. Sep 2007 16:53
Britische Soldaten in Basra
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Britische Ex-Generäle haben ein vernichtendes Urteil über die Irak-Politik der USA gefällt. Großbritannien erwägt indessen einen baldigen Abzug seiner Soldaten aus dem Irak.

Mit ungewöhnlich scharfer Kritik am Vorgehen der USA im Irak haben zwei britische Ex-Generäle den schwelenden Streit über die Invasion zwischen den USA und Großbritannien angefacht. Britische Oppositionspolitiker stimmten den Generälen am Sonntag zu. Die Zeitung «Sunday Times» berichtete, London bereite einen baldigen Abzug seiner 5500 Soldaten aus dem Irak vor. Bereits im Oktober soll demnach die Kontrolle über die südirakische Provinz Basra, in der die Briten stationiert sind, vollständig an die irakische Armee übergehen. Premierminister Gordon Brown könnte dies verkünden, wenn das Unterhaus am 8. Oktober zu seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause zusammenkommt.

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Am Samstag hatte zunächst der Oberkommandierende der britischen Armee während der Irak-Invasion, General Sir Mike Jackson, mit der Einschätzung für Aufsehen gesorgt, die Irak-Strategie der USA sei am Ende. Das Vorgehen der Amerikaner im Irak bezeichnete er im Gespräch mit der Zeitung «Daily Telegraph» als «intellektuellen bankrott».

Insbesondere wies Sir Mike, der bis 2006 Oberbefehlshaber der Armee war, dem früheren US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und dessen neokonservativen Verbündeten Schuld am Chaos im Irak zu. Dem stimmte einen Tag später im «Sunday Mirror» der Generalmajor a.D. Tim Cross zu, der seinerzeit stellvertretender Chef des Stabs der Koalitionstruppen für Wiederaufbau und humanitäre Unterstützung im Irak war. Er habe Rumsfeld vergeblich vor schweren Mängeln gewarnt, erklärte Cross. «Im Rückblick gibt es keinen Zweifel, dass der US- Nachkriegsplan mit tödlichen Fehlern behaftet war und viele von uns haben das damals schon gespürt.»

General Jackson kritisierte, Rumsfeld habe sich geweigert, die Notwendigkeit des Einsatzes von viel mehr Soldaten zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung nach dem Sturz Saddam Husseins zu akzeptieren. Falsch sei auch die Entscheidung von US- Präsident George W. Bush gewesen, dem Außenministerium die Nachkriegsplanung zu entziehen und diese dem Pentagon zu überlassen.

Der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, wies die Kritik Jacksons zurück. Dessen Äußerungen lägen «völlig daneben», sagte Bolton der BBC. Das Verteidigungsministerium in London erklärte, der Ex-General habe das Recht, seine Meinung zum Ausdruck zu bringen. Der konservative Politiker Sir Malcolm Rifkind - einst Außen- sowie Verteidigungsminister Großbritanniens - sagte der BBC, die Kritik der Generäle sei berechtigt. Rumsfeld sei «inkompetent» gewesen.

«Amerikanische Kommandeure in Bagdad haben bereits akzeptiert, dass die britischen Truppen auf dem Abmarsch sind», schrieb die «Sunday Times». US-Regierungskreise seien in wachsendem Maße auch durch Hinweise darauf irritiert, dass die Briten mit schiitischen Milizen über ihren Abzug verhandelten. Das Verteidigungsministerium habe solche Berichte zwar zurückgewiesen, jedoch habe eine hochrangige Militärquelle erklärt, dass geheime Gespräche zur Gewährleistung eines sicheren Abzugs der Briten aus der südirakischen Hafenstadt Basra bereits «seit Wochen im Gange» seien.

Brown hatte vor einer Woche die Vorlage eines konkreten Zeitplans für den Rückzug der Soldaten abgelehnt. «Entscheidungen über die Stärke der Truppen und deren Einsatz werden je nach Lage vor Ort getroffen», erklärte er. Seit dem Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 sind bislang 168 britische Soldaten getötet worden. (dpa)

 
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