23. Aug 2007 14:19
US-Präsident Bush sieht Parallelen zwischen dem Irak-Krieg und Militäreinsätzen der USA in Vietnam. Die US-Demokraten sind empört, und auch bei Militärs kommt die eigenwillige Darstellung nicht gut an.
Der demokratische Senator und Vietnam-Veteran John Kerry warf Bush Geschichtsklitterung vor: Die Verwendung der «Tragödie Vietnams, um die gescheiterte Politik im Irak zu verteidigen, ist unverantwortlich und ignorant gegenüber den Realitäten beider Kriege», sagte Kerry. «Wenn der Präsident die Lektion aus Vietnam beherzigen würde, dann müsste er jetzt den Kurs ändern.» Auch der ehemalige US-Brigadegeneral John Johns kritisierte im «Wall Street Journal» die historischen Interpretationen Bushs. «Was ich von Vietnam gelernt habe, ist, dass die US-Truppen nicht in der Lage waren die Operation gegen Aufständische zu führen. Je länger wir blieben, desto schlimmer wurde es».
Bush hatte mit den Parallelen zwischen dem Irak, dem Zweiten Weltkrieg und Vietnam seine Warnung vor einem verfrühten Abzug der US-Truppen aus dem Irak begründet. «Japans Militaristen und die Kommunisten in Korea und Vietnam waren von einer gnadenlosen Vision getrieben, wie die Menschheit zu funktionieren hat», sagte Bush vor US-Kriegsveteranen in Kansas City im Bundesstaat Missouri. Amerikaner seien getötet worden, weil sie sich gegen diese Ideologien stemmten.
Der US-Rückzug in Vietnam sei mit dem Leben Millionen unschuldiger Vietnamesen, den Flüchtlingsströmen der «boat people», Umerziehungslagern und dem blutigen Regime der Roten Khmer in Kambodscha bezahlt worden. «Heute sind es andere Namen und Orte, aber der fundamentale Charakter des Kampfes ist unverändert», sagte Bush (dpa)