02.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der irakische Regierungschef Maliki (l) im Gespräch mit Präsident Talabani
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Um sein Kabinett zu retten, will der irakische Premier Maliki die Sunniten zur Rückkehr in ihre Ämter bewegen. Die abtrünnigen Minister bezweifeln jedoch, dass ihre Bedingungen erfüllt werden.
Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki hat die Sunniten aufgerufen, ihren Entschluss zum Austritt aus der Regierung noch einmal zu überdenken. Die vor 14 Monaten gebildete Regierung der nationalen Einheit müsse erhalten bleiben, um die drängenden Probleme des Landes zu lösen, hieß es einer Erklärung von Malikis Islamischer Dawa-Partei, die am Donnerstag in Bagdad veröffentlicht wurde.
Ein Sprecher der Irakischen Konsensfront sagte dazu, der Austritt aus der Regierung könne nur dann rückgängig gemacht werden, wenn den Sunniten eine echte Partnerschaft angeboten werde. Er sei aber nicht sehr optimistisch, dass dies geschehen werde, sagte der sunnitische Abgeordnete Salim Abdullah der Nachrichtenagentur AP.
Der irakische Präsident Dschalal Talabani kündigte Krisengespräche mit der Konsensfront an. Nach dem Auszug der sechs sunnitischen Minister aus der Regierung beriet Maliki in einer Videokonferenz mit US-Präsident George W. Bush über die entstandene Situation.
Bush ruft zur Einigung aufBush rief den Ministerpräsidenten auf, die rivalisierenden Parteien zu einen und Reformen fortzusetzen. Maliki habe zugestimmt, dass jetzt politisch gehandelt werden müsse, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow.
Die Konsensfront erklärte am Mittwoch ihren Austritt aus der Regierung, nachdem die schiitische Regierungsmehrheit eine Reihe von Forderungen nicht erfüllt hatte. Die Sunniten sind im Irak in der Minderheit, stellten aber unter dem 2003 gestürzten Regime von Saddam Hussein die politische und gesellschaftliche Elite. (AP)