netzeitung.deUSA sehen Hisbollah als Brückenkopf Irans im Irak

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US-Patrouille im Irak (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe US-Patrouille im Irak
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Laut einem US-General setzt der Iran die libanesische Hisbollah als seinen verlängerten Arm im Irak ein. Ein Führer der Miliz gilt als Drahtzieher eines Anschlags auf US-Soldaten.

Die US-Armee hat neue Hinweise darauf, dass der Iran irakische Extremisten im Kampf gegen die Koalitionstruppen unterstützt. Die iranische Kuds-Spezialtruppe, die zu den Revolutionsgarden gehört, habe im Januar einen Anschlag in Kerbela vorbereitet, bei dem fünf US-Soldaten getötet wurden, sagte am Montag der amerikanische General Kevin Bergner in Bagdad.

Die Festnahme eines führenden Hisbollah-Mitglieds im Irak habe nach Überzeugung der USA zudem einen deutlichen Beweis dafür geliefert, dass der Iran die radikale libanesische Miliz als seinen Brückenkopf im Irak nutze, berichtete die «New York Times».

Ali Mussa Dakduk, der als Sprengstoff-Experte gilt, soll als Verbindungsmann zwischen dem Iran und einer Gruppe irakischer Schiiten unter Führung des Islamisten Kais al Kasali gearbeitet haben. Dieser soll früher Sprecher des schiitischen Predigers Muktada al Sadr gewesen sein. Nach Angaben Bergners hatten Kasalis Anhänger mit Hilfe des Irans den Anschlag in Kerbela verübt.

Dakduk bei Verhören geständig
Kasali, dessen Bruder Ali und Dakduk wurden im März in der südirakischen Stadt Basra gefasst worden, wo der Hisbollah-Mann nach Erkenntnissen des US-Geheimdienstes Schiiten im Kampf gegen die Koalitionstruppen trainierte.

Bei seiner Festnahme habe Dakduk zunächst vorgegeben, taub und stumm zu sein, hieß es. Erst nach Wochen sei seine Identität geklärt worden. Inzwischen habe er bei Verhören gestanden, auch für die iranischen Kuds-Spezialtruppen gearbeitet zu haben.

Bei Kasali wurden zudem Dokumente gefunden, die laut Bergner belegen, dass die Kuds-Truppen im Detail über die amerikanischen Truppenbewegungen im Irak informiert waren.

Iran weist Vorwürfe zurück
Die Hisbollah wollte sich zu den Vorwürfen der USA zunächst nicht äußern. Man werde erst überprüfen, ob Dakduk überhaupt ein Mitglied der Miliz sei, hieß es in der «New York Times».

Laut dem US-Militär erhalten Extremisten im Irak bereits seit Monaten Waffen und logistische Hilfe von den Kuds-Brigaden, die zu den iranischen Revolutionsgarden gehören. Die iranische Regierung, der enge Kontakte zu den schiitischen Parteien im Kabinett des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki unterhält, weist jegliche Unterstützung für militante Iraker jedoch strikt von sich.

Trainingslager nahe Teheran
General Bergner zufolge werden im Iran jedoch systematisch irakische Extremisten zu Kämpfern ausgebildet. Sie würden in Gruppen mit jeweils 20 bis 60 Mann in einem nahe Teheran gelegenen Lager trainiert, sagte er der Zeitung. Nach der Rückkehr in den Irak bildeten sie dort Zellen, die Anschläge und Entführungen vorbereiteten.

Dakduk hatte laut Bergner den Auftrag, diese Gruppen nach dem Vorbild der Hisbollah zu organisieren. Der libanesische Extremist war demnach im vergangenen Jahr vier Mal im Iran, wo er Kuds-Kommandeure traf. (nz)