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Ex-CIA-Chef rechnet mit US-Regierung ab

27. Apr 2007 07:12
Eingangsbereich der CIA
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Der frühere CIA-Chef Tenet hat seinen ehemaligen Arbeitgeber scharf attackiert. Das Weiße Haus habe ihn zum Sündenbock für den Irakkrieg gemacht. Dabei sei die Kriegsentscheidung nicht von CIA-Informationen abhängig gewesen.

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Der frühere Chef des Geheimdienstes CIA, George Tenet, hat dem Weißen Haus hinterlistiges und unehrenhaftes Verhalten bei der Begründung des Irakkrieges vorgeworfen. Eine Äußerung, die er seinerzeit über vermutete Massenvernichtungswaffen im Irak gemacht habe, sei aus dem Zusammenhang gerissen und verzerrt wiedergegeben worden, um den Krieg zu rechtfertigen, sagte Tenet nach Angaben des Senders CBS vom Donnerstag in einem Interview. Das habe sein Ansehen und seine Karriere zerstört.

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Der Ex-CIA-Direktor war vom Weißen Haus im Zuge des Irakkriegs immer wieder mit der Äußerung zitiert worden, die Existenz von Massenvernichtungswaffen sei eine «todsichere Sache». Tenet bestritt CBS zufolge in dem Interview nicht, dass er diesen Begriff benutzt habe. Er sagte aber, er habe sich damit nicht darauf bezogen, ob der Irak tatsächlich im Besitz solcher Waffen sei, an den die CIA geglaubt habe.

Die Äußerung sei vielmehr in einem Zusammenhang mit Überlegungen gefallen, wie die Öffentlichkeit am besten von der Existenz überzeugt werden könne. Nachdem keine derartigen Waffen gefunden worden seien, sei die in einem Raum des Weißen Hauses vor einigen wenigen Anwesenden gefallene Äußerung in verzerrter Form der «Washington Post» zugespielt worden, die dann Ende Dezember 2002 darüber berichtete.

Diese «Enthüllung» sei gezielt darauf angelegt gewesen, ihn zu einem Sündenbock zu machen, beklagt sich Tenet CBS zufolge bitter. Wer die Quelle sei, wisse er nicht. «Es ist die verabscheuungswürdigste Sache, die mir jemals zugestoßen ist... Man wirft nicht einfach jemanden über Bord, um damit (von den wahren Vorgängen) abzulenken.»

Am schlimmsten sei, dass diese Äußerung über Jahre immer wieder zitiert worden sei und immer noch zitiert werde, um die Kriegsentscheidung zu begründen - nach dem Motto: «Schaut euch diesen Idioten an, der uns (das) gesagt hat, und wir haben uns entschieden, in den Krieg zu ziehen...» Dabei seien die wichtigsten Beschlüsse zur Invasion schon lange vorher gefallen.

Tenet hatte im Juni 2004 seinen Rücktritt erklärt. Vorausgegangen war heftige Kritik an der CIA-Arbeit im Vorfeld des Irakkrieges und der Anschläge vom 11. September 2001. Das CBS-Interview soll am Sonntag ausgestrahlt werden. (nz/dpa)

 
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