Bush warnt vor «Albtraum-Szenario» im Irak
24.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Erstmals sprach Bush mit dieser Deutlichkeit von der «ernsthaften Herausforderung» der globalen Erwärmung und kündigte eine Reduzierung des US-Benzinverbrauchs um 20 Prozent bis 2017 an.
Bush verteidigte die Entsendung von mehr als 20 000 zusätzlichen Soldaten. Sie seien notwendig, um die Lage im Irak, vor allem aber in Bagdad zu stabilisieren. Die Iraker könnten dies noch nicht alleine bewältigen.
Nach sorgfältiger Abwägung aller Optionen seien er und die militärische Führung zu dem Ergebnis gekommen, dass die «neue Strategie» die beste Aussicht auf einen Erfolg habe, betonte Bush.
Eine wachsende Gefahr seien schiitische Extremisten, die ihre Weisungen und Waffen häufig aus dem Iran erhielten. Sie strebten nach einer Dominanz im Nahen Osten. Schiitische und sunnitische Extremisten seien nur zwei Gesichter «der gleichen totalitären Bedrohung» der freien, zivilisierten Welt, warnte Bush. Sie wollten «Amerikaner töten und die Demokratien im Nahen Osten töten».
Bush forderte den Kongress zur Einheit im «Krieg gegen den Terrorismus» auf und schlug einen überparteilichen Beirat mit Spitzenpolitikern von Demokraten und Republikanern vor. «Wir werden unseren Gegner im Ausland zeigen, dass wir einig sind in unserem Bestreben nach einem Sieg.»
Bis 2017 soll der Benzinverbrauch in den USA um 20 Prozent gesenkt werden. Dies soll sowohl durch verstärkte Verwendung alternativer Treibstoffe wie Ethanol als auch mit sparsameren Fahrzeugen erreicht werden.
Zum Auftakt seiner Rede hatte Bush ein günstiges Bild der Wirtschaft des Landes gezeichnet. «Die Arbeitslosigkeit ist gering, die Inflation ist niedrig, die Löhne steigen», betonte der Präsident. Es sei Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass dies so bleibe. Er versprach einen Ausgleich des Haushalts binnen der kommenden fünf Jahre.
«Wenn er es tut, werden wir uns ihm anschließen, wenn nicht, werden wir ihm den Weg weisen», so Webb mit einem indirekten Verweis auf die neuen Mehrheiten der Demokraten im Senat und Repräsentantenhaus seit der Kongresswahl im November.
Die USA haben nach den Worten Webbs einen «erschütternden Preis» für den Krieg bezahlen müssen, nicht nur finanziell, sondern auch mit der «Beschädigung unseres Ansehens in der Welt», vergebenen Chancen im Kampf gegen den Terrorismus und dem Blutvergießen amerikanischer Soldaten. Die Nation habe vier Jahre lang geduldig das Missmanagement des Krieges ausgehalten. Auch wenn es nun keinen überstürzten US- Abzug geben dürfe, brauche es eine regionale diplomatische Offensive und die Rücknahme der US-Soldaten aus den Straßen Bagdads. (nz/dpa)

