Ähnlich äußerte sich auch der UN-Sonderberichterstatter für die Unabhängigkeit von Gerichten und Anwälten, Leandro Despouy. Die Zurückweisung des Einspruchs von Saddam Hussein berücksichtige offenbar nicht die «gravierenden Unzulänglichkeiten bei der Verhandlung», schrieb Despouy ebenfalls am Donnerstagabend. Hinzu komme, dass das Gericht nicht unabhängig gewesen sei, schrieb der UN-Berichterstatter. Er rufe deshalb dazu auf, das Todesurteil nicht zu vollstrecken.Saddam Hussein befindet sich weiterhin in amerikanischem Gewahrsam. Der stellvertretende irakische Justizminister Boscho Ibrahim teilte am Freitag mit, Presseberichte über seine Übergabe an die irakischen Behörden seien falsch. Saddam Hussein wird auf dem US-Stützpunkt Camp Cropper festgehalten. Vor seiner Hinrichtung muss er an die irakischen Behörden überstellt werden.
Der Vatikan kritisierte das Todesurteil. Diese Strafe widerspreche der Lehre der katholischen Kirche, sagte Kardinal Renato Martino der Zeitung «La Repubblica» vom Donnerstag. Das Leben müsse bis zu seinem «natürlichen» Ende geschützt werden. «Die Todesstrafe ist kein natürlicher Tod.» Eine Hinrichtung Saddam Husseins hieße, ein Verbrechen mit einem anderen Verbrechen zu bestrafen. Martino äußerte die Hoffnung, dass die Todesstrafe nicht vollstreckt wird. (nz)