29.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach der Bestätigung des Todesurteils gegen den früheren irakischen Diktator Saddam Hussein mehren sich die Hinweise auf eine rasche Vollstreckung. Der Irak hat laut Berichten bereits seine Überstellung aus US-Gewahrsam beantragt.
Das Todesurteil gegen den früheren irakischen Diktator Saddam Hussein soll nach Berichten mehrerer US-Fernsehsender offenbar noch vor Ablauf des Jahres vollstreckt werden. Die Sender CNN, NBC, CBS und Fox News beriefen sich dabei am Donnerstagabend jeweils auf namentlich nicht genannte US-Militärs.
Wie NBC berichtete, haben die irakischen Behörden bereits die Überstellung Saddams aus US-Gewahrsam beantragt. Nach CBS-Informationen soll er binnen 36 Stunden an die Iraker übergeben werden; laut CNN soll die Hinrichtung binnen dieser Frist stattfinden. Wie Fox News berichtete, sei die irakische Regierung «bemüht, die Hinrichtung Saddams hinter sich zu bringen».
Bush-Beraterin schweigtDie für den Heimatschutz zuständige Beraterin des US-Präsidenten, Frances Fragos Townsend, sagte CNN, dass Saddam den irakischen Behörden auf Antrag überstellt würde. Ob ein solcher Antrag bereits gestellt worden sei, sagte sie jedoch nicht. Saddam wurde nach seiner Ergreifung vor drei Jahren formal der irakischen Justiz übergeben, blieb jedoch weiter unter Bewachung des US-Militärs.
Das Oberste irakische Kriminalgericht hatte am Donnerstag mit der Veröffentlichung des Todesurteils gegen den irakischen Ex-Präsidenten das Vollstreckungsverfahren eingeleitet. Die irakische Regierung hatte anschließend die Erwartung geäußert, dass der 2003 gestürzte Machthaber frühestens Anfang Januar gehängt werden kann. Das Urteil muss nach Angaben von Justizminister Haschem al-Schibli zunächst noch vom irakischen Präsidenten Dschalal Talabani oder einem seiner beiden Stellvertreter unterzeichnet werden.
Prozess wegen Völkermordes im GangDas Sondertribunal für die Verbrechen des alten Regimes in Bagdad hatte Saddam, seinen Halbbruder Barsan al-Tikriti und den früheren Richter Awad al-Bandar am 5. November wegen der Ermordung von 148 angeblichen Verschwörern in der schiitischen Kleinstadt Dudschail 1982 zum Tode durch den Strang verurteilt. Am vergangenen Dienstag hatte ein Berufungsgericht das Todesurteil bestätigt.
Derzeit läuft noch ein Prozess wegen Völkermordes an den Kurden gegen Saddam. Dabei geht es um die so genannte Anfal-Militärkampagne, bei der 1987 und 1988 bis zu 100.000 Kurden ums Leben gekommen waren. Hier ist der nächste Termin für den 8. Januar angesetzt. (nz)