Gates hofft auf «ungeschminkte» Tipps zu Irak
20.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Gates und der Generalstabsvorsitzende General Peter Pace wollten sich mit amerikanischen und irakischen Kommandeuren sowie Politikern treffen. «Der Zweck ist, raus zu gehen, mit den Befehlshabern und den Irakern zu sprechen und zu sehen, was ich lernen kann», sagte der Minister. Gates ist von Präsident George W. Bush beauftragt, eine neue Strategie für den Krieg im Irak zu entwerfen, damit die US-Truppen das Land wieder verlassen können.
Zugleich deutete Bush an, die größte Militärmacht der Welt könne die Zahl ihrer Soldaten noch weiter aufstocken, um sie weltweit im Kampf gegen den Terrorismus einzusetzen. Er habe Minister Gates mit der Ausarbeitung eines entsprechendes Planes beauftragt.
Mit seiner Irak-Politik steht Bush spätestens seit den Kongresswahlen Ende November unter starkem Druck: Die republikanische Partei, der auch Bush angehört, hatte dabei ihre Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses verloren. Hauptthema im Wahlkampf war der Irak-Krieg gewesen.
Der Bericht der überparteilich besetzten Baker- Kommission hatte in den USA eine Diskussion darüber ausgelöst, ob, wie und in welchem Zeitrahmen ein Abzug aus dem Irak möglich sei. Von «Irakisierung» des Krieges war die Rede parallel zur letztlich erfolglosen Strategie der USA im Vietnam-Krieg Anfang der 70er Jahre. Präsident Bush hat indes offiziell noch keine Entscheidung gefällt: Er hat weitere Gutachten zur Militärstrategie in Auftrag gegeben und will erst deren Ergebnisse abwarten. (nz)

