19. Dez 2006 07:32
Pünktlich zum Antritt des neuen US-Verteidigungsministers Gates zeigt ein neuer Pentagon-Bericht: Die Sicherheitslage im Irak hat sich drastisch verschlechtert. Das Weiße Haus spricht nicht mehr von einem Sieg im Land.
Die meisten Angriffe richteten sich gegen die US-Truppen, die «überwältigende Mehrheit» der Opfer seien jedoch Iraker. Obwohl im vergangenen Vierteljahr weitere 45.000 irakische Sicherheitskräfte ausgebildet worden seien, habe es nur wenig Fortschritte bei den Bemühungen des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki gegeben, die zunehmende Gewalt zwischen den Religionsgruppen der Sunniten und Schiiten einzudämmen, heißt es in dem Bericht weiter. Seit Beginn des Krieges im März 2003 kamen im Irak fast 3000 US-Soldaten ums Leben.Für den neuen US-Verteidigungsminister Robert Gates hat ein Erfolg im Irak-Krieg oberste Priorität. Er werde sehr bald in den Irak reisen, um sich von der Militärführung eine ehrliche Einschätzung über die Lage geben zu lassen, sagte Gates am Montag bei seiner Vereidigung im Pentagon.
Das Weiße Haus will vorerst denn auch nicht mehr verkünden, dass der Einsatz der US-Streitkräfte im Irak ein Siegeszug sei. «Ich mache dieses Spiel nicht mehr mit», sagte Pressesprecher Tony Snow am Montag vor Journalisten in Washington. Es sei unmöglich, eine komplexe Situation so verkürzt zu beschreiben.
US-Präsident George W. Bush hatte bei einer Pressekonferenz Ende Oktober noch auf dem Terminus «Sieg» bestanden und damit eine neue Kontroverse über den Irak-Einsatz ausgelöst. Doch auch der am Montag vereidigte neue Verteidigungsminister Robert Gates verneinte bei seiner Anhörung im Senat die Frage, ob die USA im Irak zurzeit siegreich seien. Snow erklärte, Bush habe gemeint, dass die USA im Irak gewinnen müssten und dies letztlich auch würden. (nz)