netzeitung.deEx-Pentagonstratege bedauert Irak-Kriegsplanung

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Donald Rumsfeld (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Donald Rumsfeld
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Ex-Pentagonberater und Planer der Irak-Invasion Perle hat sich tief enttäuscht über US-Verteidigungsminister Rumsfeld gezeigt. In vier auflagenstarken US-Militärzeitungen wurde zudem dessen Rücktritt gefordert.

Kurz vor der Kongresswahl am 7. November hat einer der führenden Planer des Irak-Krieges der US-Regierung Versagen vorgeworfen. Der Irak-Krieg sei ein Desaster, und er bedauere jetzt, ihn unterstützt zu haben, sagte der als ausgesprochener «Falke» bekannte einstige Pentagonberater Richard Perle in einem am Sonntag vorab bekannt gewordenen Interview des Magazins «Vanity Fair».

Insbesondere äußerte sich Perle tief enttäuscht über Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, von dem er nach eigenen Worten Besseres erwartet hätte. Unterdessen forderten vier auflagenstarke US-Militärzeitungen den Rücktritt des Pentagonchefs.

In dem Interview für die Januar-Ausgabe des Magazins bezeichnet Perle, ein einstiger enger Freund des als «Vater des Irak-Kriegs» geltenden damaligen Vize-Verteidigungsministers Paul Wolfowitz, die Gewalt im Irak als «entsetzlich». Er führte es auf mangelnde Loyalität bei führenden Regierungsmitgliedern zurück, dass Präsident George W. Bush nicht rechtzeitig gehandelt habe, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Am Ende sei jedoch Bush für die «großen Fehler» in der Irak-Politik verantwortlich, erklärte Perle.

Rumsfeld habe im Irak versagt und müsse gehen, heißt es unterdessen in einem Kommentar in den am Montag erscheinenden neuen Ausgaben der «Army Times», «Navy Times», «Airforce Times» und der «Marine Corps Times». Der Minister habe nicht nur die Unterstützung der Bevölkerung, sondern auch die der militärischen Führung verloren. Dem Verlagshaus «Army Times Publications» zufolge haben die Wochenblätter zusammen eine Auflage von 250.000 Exemplaren und sind in US-Geschäften sowie auf US-Militärstützpunkten in aller Welt
erhältlich.

Das Pentagon wies die Kritik der Zeitungen an Rumsfeld zurück. Es sei eine durch nichts belegte Unterstellung, dass die Militärspitze Rumsfeld nicht mehr folge, sagte Sprecher Bryan Whitman. Ganz bestimmt treffe das nicht auf die Kommandeure vor Ort zu. Der Führer der Demokraten im Senat, Harry Reid, schloss sich unterdessen in einer Erklärung der Rücktrittsforderung an. «Die Zeitungen haben Recht. Bush muss der Wahrheit ins Gesicht sehen und Rumsfeld muss gehen», sagte Reid. (nz)