netzeitung.deSaddam will nicht Bushs Wahlhelfer sein

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Saddam Hussein (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Saddam Hussein
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Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein hat das Gericht in Bagdad gebeten, die für Sonntag angekündigte Urteilsverkündung gegen ihn zu verschieben. Das Urteil solle erst nach den US-Kongresswahlen gefällt werden.

Mit der Anhörung weiterer Zeugen ist am Montag in Bagdad der Prozess gegen den irakischen Ex-Machthaber Saddam Hussein wegen Völkermordes an den Kurden fortgesetzt worden. Der Anwalt Chalil al-Dulaimi, der Saddams Verteidiger-Team leitet, verließ den Saal, weil der Vorsitzende Richter den Ausländern unter den Anwälten die Teilnahme an dem Prozess nicht gestatten wollte. Er hatte sie am 21. August des Saales verwiesen.

Die arabische Zeitung «Al-Sharq Al-Awsat» berichtete derweil, Saddam habe in einem Brief an das Gericht gebeten, die für den kommenden Sonntag angekündigte Urteilsverkündung in dem ersten Prozess gegen ihn wegen der Hinrichtung von 148 Schiiten zu verschieben. Die Urteilsverkündung könne den Republikanern in den USA bei den Kongresswahlen mehr Stimmen verschaffen, schrieb Saddam nach Angaben der Zeitung. Er wolle nicht indirekt als Wahlhelfer für die Partei von Präsident George W. Bush fungieren.

Prozessbeobachter erwarten nicht, dass am Sonntag wirklich das Urteil in dem Prozess wegen der Hinrichtungen in der Stadt Dudschail im Jahr 1982 gefällt wird. Denn da Saddam in diesem Verfahren die Todesstrafe droht, die dann innerhalb eines Monats vollstreckt werden müsste, könnte der zweite Prozess wegen der Angriffe auf kurdische Dörfer in den Jahren 1987 und 1988 nicht zu Ende gebracht werden. (nz)