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Bush hält Anschläge im Irak für «Propaganda»

21. Okt 2006 17:41, ergänzt 21:34
George W. Bush
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US-Präsident Bush hat sich mit führenden Generälen zu einer Besprechung über die Lage im Irak getroffen. Kritik an der bisherigen Strategie wies er zurück - und deutete dennoch Veränderungen an.

US-Präsident George W. Bush hat das Vorgehen der USA im Irak verteidigt. «Unsere Kommandeure vor Ort passen ihren Ansatz ständig an, um dem Feind voraus zu sein», sagte Bush am Samstag in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache.

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Bush räumte in seiner Ansprache ein, dass die vergangenen Wochen für die US-Truppen im Irak schwer gewesen seien. Die Truppen würden ihre Taktik fortlaufend verändern, um auf die Anschläge der Aufständischen zu reagieren. Die grundlegende militärische Strategie gelte aber nach wie vor: «Unser Ziel im Irak ist klar und unverändert: Unser Ziel ist der Sieg». Es werde keinen vorzeitigen Truppenabzug geben, bis das Ziel nicht erfüllt sei.

Bush beriet sich an diesem Samstag unter anderem mit dem Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, General George Casey, dem Befehlshaber des US-Oberkommandos Mitte, General John Abizaid und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld über den künftigen Kurs im Irak. Nach Angaben des Weißen Hauses war das Gespräch seit längerem geplant. Es dauerte ungefähr 90 Minuten.

Angriffe als «Propaganda»

Bush warf den Aufständischen vor, die Zahl ihrer Angriffe erhöht zu haben, um die öffentliche Meinung in den USA zu beeinflussen. «Sie haben eine ausgefeilte Propaganda-Strategie», sagte er. In den ersten drei Wochen des islamischen Fastenmonates Ramadan gab es laut US-Militär im Vergleich zu den drei Wochen davor 22 Prozent mehr Attacken.

Unterdessen haben sunnitische und schiitische Geistliche im Irak einen zehn Punkte umfassenden Friedensappell verabschiedet. In dem in Mekka unterzeichneten Dokument heißt es, Gewalt zwischen den religiösen Gruppen wie Entführungen und Angriffe auf Moscheen sei verboten.

Nach Angaben eines Sprechers wurde die Fatwa auch vom schiitischen Groß-Ayatollah Ali al Sistani und dem radikalen Schiitenprediger Muktada al Sadr gebilligt. Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hatte das Treffen in die Wege geleitet.

Höchste Verluste seit Jahresbeginn

Am Samstag wurden nach Militärangaben drei US-Soldaten bei Kämpfen in der Provinz Anbar getötet. Damit kamen seit Anfang Oktober 78 Amerikaner ums Leben. Das sind die höchsten Verluste in einem Monat seit Jahresbeginn.

Bei einem Granatenanschlag auf einen Markt in Mahmudija südlich von Bagdad starben am Samstag nach Polizeiangaben 18 Menschen. Unbekannte hatten mindestens zwölf Mörsergranaten auf den Markt gefeuert. Mehr als 50 Personen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Vor dem Beschuss hatten die Attentäter mehrere in Plastiktaschen versteckte Bomben explodieren lassen, die an Fahrrädern befestigt waren. Mahmudija ist eine vorwiegend von Schiiten bewohnte Stadt, die von sunnitischen Orten umgeben ist. (nz)

 
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