US-Präsident George W. Bush bestritt die Zahlen jedoch. Er halte die Untersuchung nicht für glaubwürdig, sagte er in Washington. In der Vergangenheit hatte er mehrfach von 30.000 Toten gesprochen. Auf Nachfrage von Journalisten sagte er am Mittwoch, er bleibe dabei, dass «viele unschuldige Menschen» getötet worden seien.Angesichts der schweren Gewalt im Irak rief Bush zugleich zum «Durchhalten» auf. Anderenfalls drohe das Land zu einem «Terroristenstaat» zu werden - und der könne beliebig den Ölhahn zudrehen: «Das dürfen wir nicht zulassen», betonte er.
Laut dem irakischen Gesundheitsministerium starben allein im September im Irak 2700 Menschen an Gewalt. Das waren 400 mehr als im August, dem Start einer US-irakischen Offensive zur Eindämmung der Gewalt. Die irakische Regierung erklärte allerdings zu der in «Lancet» veröffentlichten Studie, darin seien alle Regeln der Genauigkeit und der Forschung missachtet worden. Die Zahlen seien «völlig überzogen» und «von der Wahrheit weit entfernt». (nz)