netzeitung.deSaudi-Arabien plant Sperranlage an Irak-Grenze

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Der saudische König Fahd (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der saudische König Fahd
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Die saudische Regierung hat angekündigt, Sperrwände mit elektronischen Sensoren an ihrer Grenze zum Irak zu installieren. Mit dem 400-Millionen-Euro-Projekt will sie die Ansiedlung irakischer Terroristen verhindern.

Saudi-Arabien plant eine Sperranlage entlang seiner 560 Kilometer langen Grenze zum Irak, um das Einsickern von Terroristen in das Königreich zu verhindern. Dies kündigte der saudische Vize-Innenminister Prinz Ahmed nach einem Bericht der Tageszeitung «Arab News» vom Donnerstag an. Die Anlage aus Sperrwänden mit elektronischen Sensoren und Wachposten werde umgerechnet fast 400 Millionen Euro kosten. Mit ihrer Fertigstellung werde in fünf bis sechs Jahren gerechnet.

Das Vorhaben sei mit der irakischen Regierung abgesprochen, sagte Prinz Ahmed nach Angaben der Zeitung. Saudischen Sicherheitsexperten zufolge haben sich die Iraker über das Einsickern saudischer Selbstmordattentäter beklagt. Saudi-Arabien befürchte wiederum das Eindringen militanter Islamisten, die in irakischen Dschihad-Zellen Terror- und Aufstandserfahrungen sammeln.

US-Außenministerin Condoleezza Rice traf unterdessen im Rahmen ihrer Nahostreise überraschend in Bagdad ein. Auf dem Programm standen unter anderem Treffen mit Regierungschef Nuri al-Maliki, Präsident Dschalal Talibani und dem höchsten US-Kommandeur im Irak, George Casey. Bei den Gesprächen gehe es um «unsere gemeinsamen Bemühungen», sagte US-Außenamtssprecher Tom Casey lediglich. Die Außenministerin werde keine «besonderen» neuen Pläne vorlegen.

Angesichts der andauernden Gewalt im Irak sagte Rice: «Dies ist eine wichtige Zeit und eine Herausforderung für das irakische Volk.» Die US-Regierung sei aber überzeugt, dass die Menschen sie bewältigen würden, betonte Rice während einer Pressekonferenz mit al-Maliki.

In Bakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, kamen am Donnerstag insgesamt sechs Iraker durch Mörsergranaten und bei Attentaten ums Leben. Im Nordwesten von Bagdad erschossen Aufständische wieder vier amerikanische Soldaten, wie das US-Militärkommando in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Bei Suweira, 40 Kilometer südlich von Bagdad, wurden vier Leichen mit Einschüssen im Kopf und Folterspuren aus dem Tigris gezogen. (nz)