Bush sieht sich durch Geheim-Bericht bestätigt
27.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Regierungsbeamte, die das ganze Dossier gelesen haben, stellten laut «New York Times» fest, dass der weiterhin unter Verschluss gehaltene Teil eine genauere Analyse der Auswirkungen des Irak-Kriegs auf den weltweiten islamistischen Extremismus enthält.
Der bereits im April verabschiedete Bericht kommt zu dem Schluss, dass der Irak-Krieg die Ressentiments in arabischen Länder gegen die USA weiter vertiefe. Wenn dieser Trend anhalte, werde dies zu mehr Terroranschlägen weltweit führen. Europa wertet der Bericht als wichtiges Gebiet für Terroristen, um westliche Ziele anzugreifen. Der Krieg im Irak sei für islamische Extremisten zu einer «berühmten Sache» geworden, heißt es.
Zugleich wird aber hervorgehoben, dass der amerikanische Anti-Terror-Kampf in den vergangenen fünf Jahren erfolgreich war. Die Führungsspitze von Al Qaeda sei schwer beschädigt worden, zitiert die «New York Times» aus dem Bericht.
Angesichts der mittlerweise massiven Kritik im eigenen Land am Irak-Krieg nutzt Bush die Einschätzung des Geheimdienstes als Argument für die Fortsetzung der Kampfes gegen den Terrorismus - auch wenn eine Befriedigung von Ländern wie Irak und Afghanistan nicht absehbar ist.
Über den Report hatten mehrere Zeitungen bereits am Wochenende berichtet. Bush hielt seinen Kritikern vor, die Auszüge aus dem geheimen Bericht mit Blick auf die bevorstehende Kongresswahl in den USA am 7. November an die Öffentlichkeit gebracht zu haben. Er habe deshalb den Nationalen Geheimdienstchef John Negroponte angewiesen, jene Teile des Berichts freizugeben, deren Veröffentlichung keine Gefährdung der nationalen Sicherheit bedeuteten.
Bereits im Juli 2003 hatte das Weiße Haus auf politischen Druck hin einen Geheimdienst-Bericht über das irakische Waffenprogramm unter dem Saddam-Regime veröffentlicht. Demnach wollte der irakische Diktator Nuklearmaterial im Niger kaufen. Beweise für diese Behauptung wurden bislang nicht erbracht. (nz)

