24.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
US-Dossier: Irakkrieg hat Terrorismus gestärkt
Die Invasion im Irak hat laut einer Analyse der US-Spionagebehörden zum Entstehen einer neuen Generation islamischer Fundamentalisten beigetragen. Die radikale islamische Bewegung habe sich rund um die Erde ausgebreitet.
Der Irakkrieg hat nach Erkenntnissen amerikanischer Geheimdienste die Bedrohung durch den Terrorismus nicht verringert, sondern im Gegenteil vergrößert. Die US-Invasion habe zum Entstehen einer neuen Generation islamischer Fundamentalisten beigetragen, heißt es nach einem Bericht der «New York Times» vom Sonntag in einer «nationalen geheimdienstlichen Einschätzung», die die Erkenntnisse der 16 US-Spionagebehörden widerspiegelt. Danach hat sich die radikale islamische Bewegung über einen harten Kern von Angehörigen der Terrororganisation Al Qaeda und verwandte Gruppen hinaus rund um die Erde ausgebreitet.
Der Zeitung zufolge handelt es sich bei der streng geheimen Analyse um die erste offizielle Einschätzung der globalen Terrorbedrohung seit Beginn des Irakkriegs. Sie weise der US-Invasion eine größere Bedeutung bei der «Anheizung des Radikalismus» zu als dies bisher in Dokumenten des Weißen Hauses geschehen sei. Die Zeitung beruft sich dabei auf Angaben von mehr als ein Dutzend Regierungsbeamten und Experten, die entweder die Endversion des im April fertig gestellten Reports gesehen hätten oder an früheren Entwürfen beteiligt gewesen seien. Der Bericht besage im Kern, dass der Irakkrieg das Terrorismus-Problem insgesamt schlimmer gemacht habe, wurde ein Beamter zitiert.
Der Zeitung zufolge heißt es in der Einschätzung, der Irakkrieg habe bei der Ausbreitung der Ideologie des «Heiligen Krieges» eine Rolle gespielt. Es sei eine neue Art «sich selbst erzeugender» Zellen entstanden, die von der Al-Qaeda-Führung inspiriert sei, aber keine direkte Verbindung zum Chef der Organisation, Osama bin Laden, oder anderen Spitzenmitgliedern hätten.(nz)