21.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Soldaten nehmen Aufständische im Irak fest
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Im Irak wird derzeit mehr gefoltert als unter Saddam Hussein, behauptet der zuständige UN-Sonderberichterstatter. Milizen, Terroristen und Regierungstruppen misshandelten rigoros Gefangene.
Im Irak wird nach Einschätzung eines UN-Experten derzeit möglicherweise noch schlimmer gefoltert als unter Saddam Hussein. Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Folter, Manfred Nowak, sagte am Donnerstag in Genf, die meisten Menschen dort berichteten, «dass die Situation, was die Folter im Irak betrifft, völlig außer Kontrolle ist». Viele meinten, es sei schlimmer als zu Zeiten Saddam Husseins. Milizen, Terrororganisationen, Regierungstruppen und andere missachteten die Grundsätze einer menschlichen Behandlung von Gefangenen.
Bei Anschlägen von Extremisten wurden am Donnerstag im Irak mindestens 20 Menschen getötet, darunter auch zwei Leibwächter des Gouverneurs der Provinz Dijala, Raed Raschid. Der Politiker überlebte den Sprengstoffanschlag auf seinen Konvoi in der Nähe der Provinzhauptstadt Bakuba. Die italienischen Truppen im Irak übergaben am selben Tag die Kontrolle über die südirakische Stadt Nasirija an die irakische Armee. Die US-Streitkräfte wollen indes spätestens bis zum Jahresende die Ausbildung und Bewaffnung der irakischen Polizeikräfte und Grenzsoldaten abschließen. (nz)