Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland  »  Spezial Irak
DruckenVersenden
 

Mordserie in Bagdad: Schiiten erschießen Sunniten : 

Schiiten töten im Irak gezielt Dutzende Sunniten

09. Jul 2006 13:13, ergänzt 20:20
Bei dem Überfall verletzter Iraker
Bild vergrößern
Brutaler Überfall in Bagdad: Bewaffnete Schiiten haben am Sonntag Autos angehalten und gezielt Sunniten ermordet. Offenbar handelte es sich um einen Vergeltungsschlag. Im Gegenzug wiederum explodierten in Bagdad Bomben.

Bei einem Überfall schiitischer Milizionäre im Westen Bagdads sind am Sonntag nach Polizeiangaben mindestens 41 Menschen getötet worden. Die vermummten Bewaffneten hätten im Stadtteil Dschihad Autos angehalten, Fußgänger von der Straße aufgegriffen und gezielt die Sunniten unter ihnen getötet, teilte Polizeisprecher Maitham Abdul Rassak mit.

Mehr in der Netzeitung:
Es handele sich offenbar um einen Vergeltungsschlag für einen Autobombenanschlag auf eine schiitische Moschee am Samstag. Die Polizei suche nach weiteren Opfern, sagte Abdul Rassak.

Die US-Truppen verhängten per Lautsprecherdurchsagen ein zweitägiges Ausgehverbot in dem Stadtteil. Der irakiasche Präsident Dschalal Talabani, ein Kurde, rief die Bevölkerung zur Ruhe und zur nationalen Einheit auf. Man dürfe nicht zulassen, dass solche Gewalttäter die Nation provozierten und spalteten.

Sicherheitskräfte unterwandert?

Der stellvertretende irakische Ministerpräsident Salam Sikam Ali al Subaie, ein Sunnit, machte die irakischen Sicherheitskräfte für das «hässliche Massaker» verantwortlich. Es gibt Vermutungen, dass die Sicherheitskräfte von schiitischen Milizionären unterwandert sind, die für die jüngste Welle der Gewalt verantwortlich sein sollen.

«Es gibt Offiziere, die nicht in Leitungsfunktionen sein sollten, sondern den Justizbehörden übergeben werden sollten», sagte al Subaie dem Sender Al Dschasira.

Andere Vertreter der Sunniten machten die Mahdi-Armee des schiitischen Predigers Muktada al Sadr für das Massaker verantwortlich. Dieser verurteilte das Massaker und betonte, seine Organisation habe nichts mit dem Massaker zu tun. Er forderte eine Sondersitzung des Parlaments, um «das Komplott des Westens zu zerstören, dass darauf abzielt, einen Bürgerkrieg unter Brüdern anzufachen».

Gegenschlag in Bagdad

Im Norden der Hauptstadt Bagdad eplodierten am Abend zwei Autobomben und töteten mindestens 25 Menschen. 59 wurden verletzt. Die Anschläge im Bezirk Kasra galten vermutlich einer schiitischen Moschee, berichtete die britische BBC. (nz)

 
DruckenVersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
BKA-Gesetz: 
Kameras in der Küche
Koalition einigt sich bei Online-Durchsuchung: 
BKA-Trojaner erhält Verfallsdatum
 
 
«Außergewöhnliche Umstände»: 
Merkel und Sarkozy wollen Stabilitätspakt lösen
Alternative Energien, alternative Lieferanten: 
Brüssel macht sich auch für Atomkraft stark
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.