09.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Bei dem Überfall verletzter Iraker
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Brutaler Überfall in Bagdad: Bewaffnete Schiiten haben am Sonntag Autos angehalten und gezielt Sunniten ermordet. Offenbar handelte es sich um einen Vergeltungsschlag. Im Gegenzug wiederum explodierten in Bagdad Bomben.
Bei einem Überfall schiitischer Milizionäre im Westen Bagdads sind am Sonntag nach Polizeiangaben mindestens 41 Menschen getötet worden. Die vermummten Bewaffneten hätten im Stadtteil Dschihad Autos angehalten, Fußgänger von der Straße aufgegriffen und gezielt die Sunniten unter ihnen getötet, teilte Polizeisprecher Maitham Abdul Rassak mit.
Es handele sich offenbar um einen Vergeltungsschlag für einen Autobombenanschlag auf eine schiitische Moschee am Samstag. Die Polizei suche nach weiteren Opfern, sagte Abdul Rassak.
Die US-Truppen verhängten per Lautsprecherdurchsagen ein zweitägiges Ausgehverbot in dem Stadtteil. Der irakiasche Präsident Dschalal Talabani, ein Kurde, rief die Bevölkerung zur Ruhe und zur nationalen Einheit auf. Man dürfe nicht zulassen, dass solche Gewalttäter die Nation provozierten und spalteten.
Sicherheitskräfte unterwandert?Der stellvertretende irakische Ministerpräsident Salam Sikam Ali al Subaie, ein Sunnit, machte die irakischen Sicherheitskräfte für das «hässliche Massaker» verantwortlich. Es gibt Vermutungen, dass die Sicherheitskräfte von schiitischen Milizionären unterwandert sind, die für die jüngste Welle der Gewalt verantwortlich sein sollen.
«Es gibt Offiziere, die nicht in Leitungsfunktionen sein sollten, sondern den Justizbehörden übergeben werden sollten», sagte al Subaie dem Sender Al Dschasira.
Andere Vertreter der Sunniten machten die Mahdi-Armee des schiitischen Predigers Muktada al Sadr für das Massaker verantwortlich. Dieser verurteilte das Massaker und betonte, seine Organisation habe nichts mit dem Massaker zu tun. Er forderte eine Sondersitzung des Parlaments, um «das Komplott des Westens zu zerstören, dass darauf abzielt, einen Bürgerkrieg unter Brüdern anzufachen».
Gegenschlag in BagdadIm Norden der Hauptstadt Bagdad eplodierten am Abend zwei Autobomben und töteten mindestens 25 Menschen. 59 wurden verletzt. Die Anschläge im Bezirk Kasra galten vermutlich einer schiitischen Moschee, berichtete die britische BBC. (nz)