Bush mahnt Iraks Regierung zur Verantwortung
13.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Am Montag hatte Bush sich auf seinem Landsitz Camp David im US-Bundesstaat Maryland mit Vertretern seiner Regierung zu Klausurberatungen über die künftige Strategie im Irak zurückgezogen, die ursprünglich zwei Tage dauern sollten. Bush schlich sich förmlich davon: Nur Vizepräsident Dick Cheney, Außenministerin Condoleezza Rice und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld waren eingeweiht. Selbst Maliki soll erst fünf Minuten vor Bushs Ankunft von dem Besuch erfahren haben.
Der US-Präsident besuchte zum zweiten Mal den Irak. Zuletzt hatte er zum amerikanischen Erntedankfest 2003 für zweieinhalb Stunden Bagdad besucht.
Bush sprach angesichts der Regierungsbildung im Irak und des Todes von Terroristenführer Zarqawi von einem Einschnitt in der bisherigen Politik. Der Tod Zarqawis sei ein schwerer Schlag für die Terroristen, die im Irak versuchten, den Aufbau einer neuen Demokratie zu verhindern. Bush kündigte an, dass der Nachfolger des Terrorführers auf die Liste der meistgesuchten Terroristen gesetzt und zur Rechenschaft gezogen werde. Zarqawis Nachfolger kündigte offenbar zeitgleich im Internet neue Anschläge an.
Beim Besuch der US-Truppen in Bagdad sprach Bush von einer «historischen Mission», die die Koalitionsstreitkräfte leisteten. Sie legten das «Fundament für einen langen Frieden». Die Erfüllung der «schweren Aufgaben» der Truppen sei «unglaublich wichtig für die Geschichte und den Frieden... und die Sicherheit in unserer Heimat», sagte er. Sein Besuch solle auch die «Verpflichtung der USA für ein freies Irak» demonstrieren.
Bei einer Serie von Sprengstoffattacken auf schiitische Zivilisten und Polizisten kamen in der nordirakischen Stadt Kirkuk 27 Menschen um. Mehr als 50 Menschen wurden verletzt. In der 250 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt, in der schiitische und sunnitische Araber, Kurden und Turkmenen leben, explodierten am Morgen fünf Autobomben.
Die Iraker müssten selbst ihre Demokratie aufbauen und dies könne nicht geschehen, solange die irakischen Politiker nicht bereit seien, die notwendigen Kompromisse zu schließen, sagte Kerry. «Es ist unumgänglich anzuerkennen, dass der Krieg an sich ein Fehler war», sagte der Senator. Der Krieg schwäche die Vereinigten Staaten jeden Tag. (nz)

