30.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die schwer verletzte CBS-Korrespondentin Dozier bei der Ankunft am US-Stützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bei einem Mörserangriff auf das Innenministerium in Bagdad sind zwei Menschen getötet worden. Die bei einem Anschlag schwer verletzte US-Journalistin wurde nach Deutschland gebracht.
Angreifer in der irakischen Hauptstadt Bagdad haben am Dienstag Mörsergranaten auf das Innenministerium abgefeuert. Zwei Menschen wurden dabei getötet und fünf weitere verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Granaten wurden demnach aus einem Auto abgeschossen.
Außerdem detonierte in Bagdad eine Autobombe, durch die ein Polizist ums Leben kam. Im Stadtgebiet fand die Polizei vier Leichen mit gefesselten Händen. Die Männer waren gefoltert und dann mit Kopfschüssen getötet worden.
Über die sich weiter verschlechternde Sicherheitslage im Irak wollte am Dienstag die irakische Regierung beraten. Mehr als eine Woche nach der Vereidigung sind die wichtigen Posten des Innen- und des Verteidigungsministers weiter nicht besetzt. Nach Angaben aus Kreisen der Schiiten lud die US-Botschaft Vertreter aller wichtigen Parteien zu einem Treffen ein, auf dem auch neue Namen genannt werden sollten.
Zustand von US-Journalistin stabilDie am Montag bei einem Bombenanschlag schwer verletzte US-Journalistin Kimberly Dozier wurde inzwischen in das US-Militärkrankenhaus nach Landstuhl in Rheinland-Pfalz gebracht. Der Zustand der Korrespondentin des Senders CBS wurde als stabil beschrieben. Bei dem Anschlag waren ihr Kameramann und der Toningenieur getötet worden. Dozier war mit einer amerikanischen Infanteriedivision im Irak unterwegs. Sie berichtete seit drei Jahren aus dem Land.
Besuch von Italiens VerteidigungsministerDer neue italienische Verteidigungsminister Arturo Parisi traf unterdessen zu seinem ersten Besuch bei den im Irak stationierten Truppen ein. Er betonte dabei, Italien werde sich im Irak auch nach dem Abzug seiner Truppen engagieren. Die neue Regierung will die 2600 italienischen Soldaten aus dem Irak abziehen. Dabei soll die Truppenstärke zunächst bis Mitte Juni auf 1600 Mann verringert werden. Dies hatte bereits die Vorgängerregierung unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi angekündigt. (nz)