netzeitung.deUSA sollen Massaker im Irak vertuscht haben

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US-Soldaten im Irak (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe US-Soldaten im Irak
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Den USA droht ein neuer Skandal wegen Kriegsverbrechen im Irak. Amerikanischen Soldaten wird vorgeworfen, Zivilisten in der westirakischen Stadt Haditha getötet zu haben.

Der demokratische US-Abgeordnete John Murtha ist überzeugt, dass das Verteidigungsministerium in Washington die Tötung von Zivilisten in der westirakischen Stadt Haditha geheim halten will. «Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Militärs versucht haben, die Affäre zu vertuschen», sagte Murtha im Fernsehen.

Wie die «Washington Post» berichtet, wollte das Marinecorps keinen Kommentar zu dem angeblichen Massaker abgeben. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, wurde ein Militärsprecher zitiert.

Amerikanische Medien berichteten in den vergangenen Wochen mehrfach mit Berufung auf namentlich nicht genannte Armeequellen, dass US-Truppen seit Jahresbeginn die blutigen Ereignisse vom 19. November in Haditha untersuchten. Damals waren mindestens 24 irakische Zivilisten - darunter mehrere Kinder - getötet worden.

Ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums sagte der «New York Times», möglicherweise könnten amerikanische Marineinfanteristen wegen Mordes angeklagt werden. Der republikanische Senator John Warner, Vorsitzender des Streitkräfte-Ausschusses im Senat, kündigte im US-Sender ABC eine Anhörung zu dem Fall an. Geklärt werden müsse vor allem «die schwer wiegende Frage, ... was geschah und wie die unmittelbare Reaktion der Marineoffiziere war».

Überlebende befragt
Die Zeitung berief sich auch auf Augenzeugen. Eine Überlebende berichtete, ihr Schwiegervater und sechs weitere Menschen seien von amerikanischen Soldaten getötet worden. Der 77-Jährige, der auf den Rollstuhl angewiesen war, sei durch Schüsse in Brust und Unterleib gestorben. Sie selbst habe sich mit dem fünf Monate alten Baby ihrer Schwägerin retten können, so die Frau.

Sie und drei weitere Überlebende der Tötungen vertrauten sich einem irakischen Autor an, der im Auftrag der «New York Times» nach Haditha gereist war, um Augenzeugen zu befragen. Haditha gilt als Hochburg islamistischer Extremisten, unter anderem von Anhängern des Terroristenführers Abu Mussab al Zarqawi. (nz)