23.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Drei im Irak festgehaltene Friedensaktivisten sind befreit worden. Der Brite und die zwei Kanadier waren seit November in Geiselhaft. Die Geiselnehmer konnten nicht festgenommen werden.
Ein britischer und ein kanadischer Friedensaktivist sind im Irak aus monatelanger Geiselhaft befreit worden. Das berichtet die britische BBC. Spezialeinheiten hatten die Männer bei einer Operation in Bagdad befreit, sagte der britische Außenminister Jack Straw dem Sender.
Bei den befreiten Geiseln handelt es sich um den 74-jährigen Norman Kember aus London sowie die Kanadier James Loney und Harmeet Singh Sooden. Der pensionierte Professor Kember war am 26. November zusammen mit drei Kollegen entführt worden. Die drei waren Mitglieder der kanadischen Friedensorganisation «Christian Peacemaker Teams». Einer von ihnen, der 54-jährige US-Amerikaner Tom Fox, war am 9. März erschossen aufgefunden worden. Sein Körper hatte Zeichen von Misshandlungen aufgewiesen. Für die Geiselnahme erklärte sich die bis dahin unbekannte «Brigade der Schwerter der Wahrheit» verantwortlich.
Gefesselt in Haus in BagdadKember ist laut BBC gesundheitlich in einem guten Zustand. Seine beiden Kollegen wurden zunächst ins Krankenhaus eingeliefert. Er finde es «großartig, frei zu sein», und freue sich auf die Rückkehr nach Großbritannien, sagte Kember in einer ersten Stellungnahme.
Die drei Männer waren laut BBC in den frühen Morgenstunden in einem Haus im Westen Bagdads gefesselt gefunden worden. Die Geiselnehmer waren nicht dort. Zuvor hatten die Ermittler in der wochenlangen Operation einen entscheidenden Tipp von einem Gefangenen bekommen, hieß es.
Tote bei BombenanschlägenIm Irak gelten derzeit noch mehr als 70 Ausländer als entführt oder werden vermisst. Vor fast genau zwei Monaten wurden die beiden Leipziger Ingenieure, René Bräunlich und Thomas Nietzschke, verschleppt. Die Bundesregierung soll Hinweise darauf haben, dass die beiden noch leben. Direkten Kontakt zu den Entführern soll es aber nicht geben.
Unterdessen starben am Donnerstagvormittag bei der Detonation von mehreren Autobomben im Zentrum von Bagdad mindestens 23 Menschen. Nach Angaben der Polizei wurden bei den kurz hintereinander verübten Anschlägen dutzende Menschen verletzt. (nz)