18.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Drei Jahre nach dem Beginn des zweiten Golfkriegs sind US-Soldaten dort noch immer im Einsatz
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Am Montag jährt sich der Beginn des Irak-Kriegs zum dritten Mal. Bereits am heutigen Samstag haben weltweite Demonstrationen gegen den militärischen Einsatz begonnen.
Mit Demonstrationen in Australien und Japan hat am Samstag eine Reihe weltweiter Aktionen gegen den Irak-Krieg begonnen. Die Proteste sollen an den Beginn des Krieges vor drei Jahren erinnern. In der australischen Metropole Sydney zogen am Samstag rund 500 Menschen durch die Innenstadt, in Tokio kamen nach Angaben der Organisatoren 2000 Demonstranten zusammen.
Die Teilnehmer der Kundgebungen in beiden Städten forderten einen Abzug aller ausländischen Truppen aus dem Irak, wo auch australische und japanische Soldaten stationiert sind. «Beendet den Krieg jetzt!» skandierten die Demonstranten in Sydney. Viele schwenkten Plakate, auf denen US-Präsident George W. Bush als «Terrorist Nummer 1» gebrandmarkt wurde.
In Tokio wollten die Demonstranten nach der Auftaktkundgebung in einem Park zur rund 3,5 Kilometer entfernten Haupteinkaufsstraße der Stadt weiterziehen.
Demo in BerlinIn Berlin forderten rund 1000 Menschen die Einstellung der Kampfhandlungen und den Abzug der Besatzungstruppen. Bei einem Demonstrationsmarsch durch den Stadtteil Kreuzberg riefen sie zudem die Bundesregierung auf, die indirekte Unterstützung der USA und ihrer Verbündeten zu beenden. Zu der Kundgebung hatte ein «Aktionsbündnis 18. März» aus Friedens- und Kirchengruppen, Attac und der Linkspartei/PDS aufgerufen.
Antikriegsveranstaltung in LondonMehr als 10.000 Menschen protestierten in London gegen den Krieg und forderten den Abzug britischer Truppen aus dem Irak. «Eine friedliche Lösung des Chaos, die dieser illegale Krieg im Irak verursacht hat, kann es erst geben, wenn die ausländischen Truppen abgezogen sind», sagte Lindsey German von der Gruppe «Stoppt den Krieg-Koalition».
Verteidigungsminister John Reid sagte vor Beginn der Demonstration in einem BBC-Interview, er wünsche sich, dass die Menschen, die in London auf die Straße gingen, auch einmal ihre Unterstützung für die Vereinten Nationen und die irakische Bevölkerung zeigten.
Der Vorsitzende der oppositionellen Liberaldemokraten, Menzies Campell, rief Premierminister Tony Blair auf, sich bei den Briten für die «Tragödie Irak-Krieg» zu entschuldigen. Tausende von Menschen seien in dem Krieg zu Tode gekommen, aber ein dauerhafter Frieden sei weit entfernt, sagte Campbell in einer Rede auf einer regionalen Parteikonferenz.
Proteste auch in DänemarkIn Dänemark demonstrierten etwa 4000 Bürger gegen den Irak-Krieg. Sie verlangten den Abzug der ausländischen Truppen unter Führung der USA. Besonders scharf kritisierten Sprecher die Rolle des dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen, der sein Land als Verbündeter der USA mit in den Krieg geführt hatte. Dänemark hat 530 Soldaten im südlichen Teil des Irak stationiert. An der mit Abstand größten Demonstration beteiligten sich in Kopenhagen etwa 3 000 Bürger.
In der Türkei zogen in Istanbul rund 5000 Menschen durch die Straßen und forderten den Abzug der USA und ihrer Verbündeten aus dem Irak. Die Türkei ist das einzige mehrheitlich muslimisches Land der NATO. Antikriegskundgebungen waren in mehreren Städten geplant. Die weltweiten Aktionen werden koordiniert vom Bündnis «Stoppt den Krieg». (nz)