netzeitung.deBND hilft bei Suche nach entführten Deutschen

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Frank-Walter Steinmeier (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Frank-Walter Steinmeier
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Unbekannte haben im Irak zwei deutsche Ingenieure in ihre Gewalt gebracht. Ein dritter Mann konnte den Kidnappern offenbar entkommen. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein.

Bei den beiden entführten Deutschen im Irak handelt es sich laut Angaben der Bundesregierung vermutlich um zwei junge Männer aus Leipzig. Das sagte Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) am Dienstag bei einer Veranstaltung in Berlin.

Krisenstab eingerichtet
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: «Wir müssen davon ausgehen, dass die beiden Deutschen entführt worden sind. Wir tuen alles in unserer Macht Stehende, damit wir nicht nur Informationen, sondern auch die Geiseln gesund zurück bekommen.»

Das Auswärtige Amt richtete wegen des Entführungsfalls einen Krisenstab ein. Laut Steinmeier arbeiten die beiden Männer für ein Unternehmen aus dem Raum Leipzig.

Dritter Deutscher entkam
Nach übereinstimmenden Berichten ostdeutscher Zeitungen handelt es sich um Mitarbeiter des Anlagenbauers Cyrotec. Das Unternehmen wollte sich dazu bislang allerdings nicht äußern. Der Nachrichtensender N24 meldete, bei einem der beiden Männern handele es sich um einen 31-Jährigen aus der Nähe von Leipzig, der erst seit drei Tagen im Irak sei.

Widersprüchliche Angaben gab es über einen möglichen dritten beteiligten Deutschen. Ein Sprecher der Fabrik, in der die Entführten arbeiteten, sagte, ein dritter Deutscher sei den Kidnappern entkommen, weil diese ihn wegen seiner Sprachkenntnisse für einen Araber hielten. Auch ein vierter Mann aus der Gruppe, der tatsächlich Araber ist, sei verschont worden. Der irakische Begleiter und der entkommene Deutsche, der arabisch spricht, seien nach dem Überfall sofort zum Firmengelände gekommen. Das irakische Ölministerium teilte dagegen mit, außer den beiden Deutschen seien auch deren zwei irakische Begleiter erschleppt worden.

Anrufer bestätigt Entführung
Der Fabriksprecher sagte, die drei Deutschen seien gemeinsam mit einem Iraker auf dem Weg von einer irakischen Kaserne, in der sie schliefen, zu der Fabrik gewesen, als die Entführer ihr Auto stoppten. In ersten Berichten der Polizei war von sechs Bewaffneten in Zivilkleidung die Rede gewesen. Der Firmensprecher sagte dagegen, die Entführer seien mit zwei Autos gekommen und hätten Uniformen der irakischen Nationalgarde getragen. Sie hätten den beiden Männern die Hände gefesselt. Dann hätten sie ihre Opfer jeweils in den Kofferraum eines Autos geworfen und seien mit ihnen davongefahren.

Etwa drei Stunden nach der Entführung meldete sich nach Informationen des «Tagesspiegels» und der «Süddeutschen Zeitung» ein Anrufer bei der deutschen Botschaft in Bagdad. Der Mann teilte mit, dass zwei Deutsche als Geiseln genommen worden seien. Deutsche Sicherheitskreise halten es für möglich, dass der Anrufer zu den Entführern oder ihrem Umfeld zählt. Er könne aber auch Augenzeuge und Trittbrettfahrer sein.

Offenbar ist der deutsche Auslandsgeheimdienst mit der Sache betraut worden. Der Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Rüdiger von Fritsch, sagte, die Meldungen würden geprüft. Dabei seien auch BND- Beamte im Einsatz. (nz)