netzeitung.de30 Jahre Haft für kurdischen Internet-Autoren

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Massoud Barzani (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Massoud Barzani
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Nordirak gilt als das demokratischste Gebiet des Landes. Ein Schriftsteller erhielt dort jedoch für Online-Texte eine schwere Strafe.

Der kurdische Autor, Hochschullehrer und Menschenrechtler Kamal Sayed Qadir ist im Irak zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte in Internet-Artikeln den kurdischen Präsidenten des Nordirak, Massud Barsani, und die kurdische Regierung verhältnismäßig scharf kritisiert. Diese sah darin eine «Entehrung der kurdischen Führung und ihres Kampfes» und verurteilte Qadir zu der langen Haftstrafe, berichtet die «Süddeutsche Zeitung».
Unverhältnismäßige Strafe
Der 48-jährige Qadir warf seiner Regierung Korruption und Machtmissbrauch vor. Die Unverhältnismäßigkeit der Strafe ist aus Sicht von Beobachter dadurch zu erklären, dass der Barsani-Clan in der Region viel Macht hat. Barsani ist Chef der Kurdenpartei KDP und neben dem offiziellen Staatspräsidenten des Irak, Dschalal Talabani, der einflussreichste Mann im Nordirak. Dieser Teil des Dauerkrisengebiets Irak gilt als demokratisch, die Kurden als USA- und Israel-verbunden.
Kurzer Prozess
Qadirs Prozess dauerte nur einen knappe Stunde; und sein Anwalt durfte vorher lediglich fünf Minuten mit dem Gefangenen sprechen. Der Autor besitzt einen österreichischen Pass, deshalb hat sich das Wiener Außenministerium eingeschaltet.

Inzwischen bemühen sich auch der kurdischen Journalistenverband, Amnesty International, die Organisation «Reporter ohne Grenzen» und das amerikanische «Committee to Protect Journalists» um Qadirs Freilassung – bisher vergeblich. (nz)