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«Nuggets» aus Pullach

13. Jan 2006 18:42
BND-Zentrale in Pullach bei München
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Die Deutschen verfügen über gute Beziehungen und hohe Sympathiewerte in der arabischen Welt. Das erleichtert traditionell auch dem Geheimdienst die Arbeit. Warum der BND im Irak den US-Kollegen weit voraus war:

Von Anselm Bengeser

Was der Bundesnachrichtendienst (BND) tut, kann man unschwer seiner Homepage mit den Darstellungen von Auge, Ohr, Nase und Mund entnehmen: Er schaut sich um, hört mit, schnüffelt und kommuniziert. Politiker und Experten fragen sich, ob der Dienst diese Fähigkeiten auch nutzte, um der Kriegspartei USA im Irak militärisch behilflich zu sein und ob dies gar mit dem Wissen Berlins geschah. Fest steht, dass sich der BND gerade im Nahen und Mittleren Osten in der Vergangenheit als überaus gut informiert erwiesen hat.

Thema: BND im Irak
War über die «Schlapphüte» aus Pullach im Kalten Krieg noch gespottet worden, weder vom Bau der Berliner Mauer, noch von deren Fall etwas geahnt zu haben, haben sie sich zumindest im islamischen Raum Respekt verschafft. «Die liefern uns Volumen, wir haben Nuggets», zitierte die «Süddeutsche Zeitung» am Freitag einen ungenannten BND-Spitzenbeamten zum Informationsstand des Bundesnachrichtendienstes im Irak im Vergleich zu dem der US-Geheimdienste.

Profitieren von der Geschichte

Dass die Deutschen über gute Beziehungen und hohe Sympathiewerte in der arabischen Welt verfügen und deshalb wohl auch ihren Agenten weniger Hindernisse in den Weg gelegt werden als denen anderer Länder, hat unter anderem historische Gründe. Weder waren die Deutschen in der Region Kolonialherren, noch verfolgten sie dort rücksichtlos ihre Interessen, wie es andere Mächte lange taten. Hinzu kommt eine bereits im 18. und 19. Jahrhundert gewachsene Vertrauensbasis, die Deutschland mit dem Osmanischen Reich verband und Berlin mit der Türkei sowie anderen Ländern im Orient noch heute verbindet.

Im Gegensatz dazu fällt es den Amerikanern offensichtlich schwer, im Irak und angrenzenden Gebieten nachrichtendienstlich Fuß zu fassen. Das liegt unter anderem daran, dass Washington seit dem Golfkrieg zur Befreiung Kuwaits 1991 in Bagdad keine Botschaft mehr hatte, also auch keine als Diplomaten getarnten Agenten mehr einschleusen konnte. Da halfen auch die satellitengestützten Späher und die Abhöranlagen nicht viel weiter, denn viele Informationen können schließlich nur von Menschen vor Ort aufgespürt werden. (dpa)

 
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