07.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Susanne Osthoff
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die im Irak gekidnappte Susanne Osthoff war offenbar gelegentlich für den Bundesnachrichten- Dienst tätig. Über mögliche Lösegeld-Zahlungen wird weiter spekuliert.
In unregelmäßigen Abständen hat die deutsche Archäologin Susanne Osthoff dem Bundesnachrichten-Dienst (BND) Informationen aus dem Irak geliefert. Das berichtet die Zeitung «Die Welt» unter Berufung auf gut informierte Kreise.
Der BND habe die Zusammenarbeit im Mai vergangenen Jahres abgebrochen, nachdem es Hinweise auf eine Bedrohung Osthoffs durch den Terroristenführer Abu Mussab al Zarqawi gegeben habe, heißt es weiter. Zuvor habe die Deutsche dem Geheimdienst gelegentlich ihre Einschätzungen über die Lage im Irak mitgeteilt.
Eine «systematische» Mitarbeiterin des BND sei Osthoff jedoch zu keinem Zeitpunkt gewesen, berichtet die Zeitung. Für ihre Informationen soll sie kleinere Geldbeträge von insgesamt höchstens 3000 Euro erhalten haben.
Die 43-Jährige hatte nach ihrer Freilassung von einem privaten Kontakt zu einem BND-Mitarbeiter gesprochen. Dieser habe ihr «echt viel geholfen», sagte sie. Der Vorgesetzte des Mannes habe versucht, über sie an Fotos von Terrorverdächtigen im Sunniten-Gebiet zu kommen. Sie habe dies aber abgelehnt, so Osthoff.
Angeblich fünf Millionen Dollar geflossen«Bild» berichtet, die Bundesregierung habe für die Freilassung Osthoffs aus der dreiwöchigen Geiselhaft angeblich fünf Millionen Dollar bezahlt. Das Geld sei in kleinen Scheinen von einem Bundesbeamten nach Bagdad gebracht worden.
Die Regierung äußerte sich bislang nicht zu Aussagen Osthoffs, für ihre Freilassung sei Geld bezahlt worden. (nz)