Übersetzungsfehler im Interview: Osthoff lässt Rückkehr offen: 

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Übersetzungsfehler im Interview Osthoff lässt Rückkehr offen 

Lupe Osthoff lässt Rückkehr nach Irak offen

Es ist offensichtlich doch nicht ganz klar, ob oder wann die deutsche Ex-Geisel Osthoff in den Irak zurückkehren will. Eine Interview-Passage wurde fehlerhaft übersetzt. Osthoff dankte derweil Ex-Kanzler Schröder für dessen Einsatz.

Die deutsche Ex-Geisel Susanne Osthoff hält sich eine Rückkehr in den Irak offen. Nach Verwirrung um die Übersetzung des Interviews der 43-jährigen mit dem arabischen Nachrichtensenders Al Dschasira vom Montag lieferte der Sender am Dienstag selbst die deutsche Übersetzung für die Passage über ihre mögliche Rückkehr.

Demnach antwortet Osthoff auf die Frage eines Zuschauers, ob sie in den Irak zurückkehren würde: «Ich habe Verständnis für diese Frage, habe sie mir sogar selbst gestellt. Doch, das ist meine Arbeit.»

Die Archäologin sagte zudem: «Ich arbeite im humanitären Bereich und bin mir im Klaren über die Schwierigkeiten (...) Ich befand, jemand muss hier helfen, denn der Irak ist wie ein Tiger im dunklen Käfig. Die Leute leiden und ich will Ihnen helfen, auf eigene Verantwortung.» Demnach äußerte sich Osthoff nicht konkret zu einer Rückkehr in den Irak nach ihrer Freilassung als Geisel.

«Privater Pipifax»
Auch im Gespräch mit dem ZDF vermied Osthoff eine klare Aussage zu einer möglichen Rückkehr nach Irak. Zu diesem «privaten Pipifax habe sie sich noch nicht geäußert, sagte die 43-Jährige dem Sender am Dienstag. Damit spielte sie auf das Interview mit Al Dschasira an.

Zu Warnungen vor einer Rückkehr nach Irak sagte die Archäologin: »Das habe ich nicht mitbekommen. Mich hat noch keiner gewarnt, denn ich bin jahrelang mein eigener Herr.« Ausdrücklich bedankte sich Osthoff beim früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder für dessen Appell, sie freizulassen. Er habe sich als Mann erwiesen, »Der sich in der Welt darstellen kann und den Arabern das auch entsprechend rübergebracht hat«.

Kritik an Osthoffs Plänen
Mit Unverständnis hatten zuvor mehrere deutsche Politiker auf Andeutungen Osthoffs reagiert, wieder in den Irak zurückkehren zu wollen. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz, sagte, er bedauere, dass Osthoff dem dringenden Appell der Bundesregierung, nicht in den Irak zurückzukehren, nicht folge. «Gerade sie müsste das Risiko einer solchen Entscheidung deutlich vor Augen haben», wurde der CDU-Politiker in der «Bild»-Zeitung zitiert.

Der SPD-Außenexperte Niels Annen sprach in derselben Zeitung von einer unvorstellbaren Entscheidung. «Frau Osthoff sollte die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ernst nehmen. Denn wenn jemand um deren Berechtigung weiß, dann wird sie das am ehesten sein.»(nz)