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Susanne Osthoff will zurück in den Irak: 

Susanne Osthoff will zurück in den Irak

26. Dez 2005 16:47, ergänzt 19:48
Susanne Osthoff
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Die rund drei Wochen lang im Irak entführte Archäologin Osthoff will wieder zurück in das Land. Kritik daran kommt von Außenminister Steinmeier.

Susanne Osthoff, die im Irak vor gut einer Woche aus der Geiselhaft entlassene Deutsche, will zurück in den Irak. Sie wolle ihre Arbeit als Archäologin fortsetzten, sagte Osthoff in einem am Montag ausgestrahlten Interview des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira.

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Einen Zeitpunkt für die Rückkehr nannte sie nicht. Osthoff war Ende November entführt worden und am Sonntag vor einer Woche freigekommen. Derzeit hält sie sich vermutlich in einem anderen arabischen Land auf.

Unterdessen appellierte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) an Osthoff, nicht in den Irak zurückzukehren. «Nach intensiven Anstrengungen vieler Beteiligter über drei Wochen, die schließlich zu ihrer Freilassung führten, hätte ich wenig Verständnis, wenn Frau Osthoff sich erneut in eine Gefahrensituation begeben würde», sagte er am Montag in Berlin.

Bereits am Samstag hatte das Auswärtige Amt einen Zeitungsbericht bestätigt, wonach Osthoff unmissverständlich aufgefordert worden sei, nicht in das Land ihrer Entführung zurückzukehren. Allerdings sei Osthoff eine freie Person, so der Sprecher.

Keine Luft zum Atmen

In dem Interview mit Al Dschasira sagte Osthoff, sie und ihr irakischer Fahrer seien in einem Fahrzeug verschleppt worden. «Wir hatten keine Luft zum Atmen. Eine Stunde, nachdem wir einen leeren Platz erreicht hatten, habe ich
Stimmen gehört. Die Männer, die mich entführten, schauten nach, ob ich noch lebe. Sie sagten, wir kennen Sie, Frau Susanne, und wissen, dass sie eine Freundin des Irak sind. Sie sollen wissen, dass Sie aus politischen Gründen entführt wurden.»

Die Entführer hätten gesagt, dass sie keine Angst haben müsse. «Ich wusste, dass ich nicht in den Händen von Verbrechern war, aber ich wusste auch nicht, mit wem ich es zu tun hatte. Man denkt an vieles, ich dachte auch, das könnten die letzten Augenblicke meines Lebens sein.»

Kopftuch und Blazer

Sie sei gut behandelt worden, insbesondere nachdem sie mit ihnen darüber diskutiert habe, dass sich Deutschland nicht am Krieg im Irak beteiligt hat. «Als ich Arabisch mit ihnen gesprochen habe, erkannten
sie, dass ich nicht ihr Feind war und sie mich der Botschaft übergeben müssen», sagte Osthoff. Während des Interviews, zu dem sie im Nadelstreifen-Blazer und schwarzem Kopftuch erschienen war, antwortete sie auf Englisch auf die auf Arabisch gestellten Fragen.

Osthoff sagte, nachdem die Entführer festgestellt hätten, dass sie eine Archäologin ist, hätten sie sie an einen «sichereren und sauberen Ort» gebracht. «Das Leben mit ihnen (den Entführern) war besser, als an vielen Orten, die ich besucht habe.» Die Kidnapper hätten dennoch Nutzen aus ihrer Entführung ziehen wollen.

Keine Kriminellen

Sie hätten ihr gesagt, sie wollten kein Lösegeld, aber humanitäre Hilfe von Deutschland. Damit wollten sie Schulen und Krankenhäuser im so genannten sunnitischen Dreieck nord-westlich von Bagdad bauen. «Ich hatte Glück, weil sie keine Kriminellen waren, die Geld wollten», sagte Osthoff. (nz)

 
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