Neben dem Fahrer ist der Bagdader Scheich Dschalal al Duleimi verdächtig, Osthoffs Entführung organisiert zu haben. Der Berliner Krisenstab des Auswärtigen Amts habe erste Nachrichten von Osthoffs Überleben durch Kontakte zu einem Araber, der sich nur telefonisch gemeldet habe, erhalten, schreibt die Zeitung. Ein weiterer Scheich mit dem Namen Chut habe dann Osthoffs Freilassung vermittelt, so der Bericht. Auch der Vorsitzende des deutsch-irakischen Clubs, Abdulhalim al Hijjaj, bemühte sich im Irak nun um eine Lösung. Der Verein besteht aus Akademikern, die zumeist in den siebziger und achtziger Jahren in Deutschland studiert oder promoviert haben. Die entscheidende Spur zu Osthoff jedoch lieferte ein BND-Beamter.
Demnach hatte Osthoff durch private Kontakte zu dem Beamten Angehörige des einflussreichen Duleimi-Stammes kennen gelernt. Der sagte ihr Geleitschutz zu für eine Fahrt zu einem Ausgrabungsort nahe des nordirakischen Arbil. Der Stamm vermittelte Osthoff ihren Fahrer Chalid al Schimani. In Begleitung des BND-Mitarbeiters brachte Osthoff noch das für ihr Ausgrabungsprojekt in Mossul ausgezahlte Geld zu einer Bank. Osthoff gab dem Mann dabei einen Zettel mit dem Namen des Fahrers und der Autonummer. Dann trat sie die Reise an.