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Entführungsfall Osthoff: BND fand heiße Spur: 

BND lieferte entscheidenden Hinweis zu Osthoff

23. Dez 2005 10:22
Wachposten vor der deutschen Botschaft in Bagdad
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Die deutsche Archäologin Osthoff hat erstmals Details zu ihrer Entführung im Irak geschildert. Vieles deutet darauf hin, dass ihr Fahrer maßgeblich an der Geiselnahme beteiligt war.

Thema: Osthoffs Freilassung
Wenige Tage nach der Freilassung der im Irak entführten deutschen Archäologin Susanne Osthoff wird klarer, wie die Geiselnahme ablief: Wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet, hatte Osthoffs scheinbar mit entführter Chauffeur nicht unwesentlichen Anteil an ihrem Verschwinden. Dies sei aus den Schilderungen Osthoffs deutlich geworden. Nach seiner eigenen «Freilassung» habe sich der Fahrer zudem weder bei deutschen noch bei irakischen Behörden gemeldet, berichtet die «FAZ».


Susanne Osthoff
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Wie Osthoff erzählte, bog ihr Chauffeur, statt der Straße von Bagdad nach Kirkuk zu folgen, auf eine Seitenstraße ein. Nahe einer Tankstelle stoppte der Wagen, die Entführer rissen die Beifahrertür auf und Osthoff aus dem Fahrzeug. Sie verbanden ihr die Augen und verschleppten sie im Kofferraum eines Fahrzeugs in ein erstes Versteck.

Wenig später verlegten sie Osthoff an einen anderen Ort im Großraum Bagdad, wo sie drei Wochen in Geiselhaft verbrachte. Vergangenen Sonntag brachten ein Duleimi-Scheich und der Vorsitzende des deutsch-irakischen Clubs die 43 Jahre Osthoff zur deutschen Botschaft des Landes.

Kontakte zu Vermittlern

Neben dem Fahrer ist der Bagdader Scheich Dschalal al Duleimi verdächtig, Osthoffs Entführung organisiert zu haben. Der Berliner Krisenstab des Auswärtigen Amts habe erste Nachrichten von Osthoffs Überleben durch Kontakte zu einem Araber, der sich nur telefonisch gemeldet habe, erhalten, schreibt die Zeitung. Ein weiterer Scheich mit dem Namen Chut habe dann Osthoffs Freilassung vermittelt, so der Bericht.

Auch der Vorsitzende des deutsch-irakischen Clubs, Abdulhalim al Hijjaj, bemühte sich im Irak nun um eine Lösung. Der Verein besteht aus Akademikern, die zumeist in den siebziger und achtziger Jahren in Deutschland studiert oder promoviert haben. Die entscheidende Spur zu Osthoff jedoch lieferte ein BND-Beamter.

Demnach hatte Osthoff durch private Kontakte zu dem Beamten Angehörige des einflussreichen Duleimi-Stammes kennen gelernt. Der sagte ihr Geleitschutz zu für eine Fahrt zu einem Ausgrabungsort nahe des nordirakischen Arbil. Der Stamm vermittelte Osthoff ihren Fahrer Chalid al Schimani. In Begleitung des BND-Mitarbeiters brachte Osthoff noch das für ihr Ausgrabungsprojekt in Mossul ausgezahlte Geld zu einer Bank. Osthoff gab dem Mann dabei einen Zettel mit dem Namen des Fahrers und der Autonummer. Dann trat sie die Reise an.

Lösegeld wahrscheinlich

Osthoff war am 25. November entführt worden. Über Wochen beteuerte der Krisenstab, keinen Kontakt zu den Kidnappern zu haben. Einzelheiten verschweigt die Bundesregierung bis heute. Der Terrorismusforscher Rolf Tophoven ging im Gespräch mit der Netzeitung davon aus, dass Lösegeld gezahlt, zumindest eine Gegenleistung für Osthoffs Rückkehr erbracht worden sei.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, hatte der Netzeitung bestätigt, dass Osthoff von einer - Entführergruppe an eine weitere «verkauft» worden sei. Vergangenen Sonntagabend kam Osthoff frei. Unterdessen hat sie den Irak mit bisher unbekanntem Ziel verlassen. (nz)

 
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