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Osthoff hat Irak verlassen

21. Dez 2005 13:53
Susanne Osthoff
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Die am Sonntag von ihren Entführern freigelassene Deutsche Osthoff ist nicht mehr im Irak. Sie will einige Tage mit ihrer Tochter verbringen.

Thema: Entführung einer Deutschen
Susanne Osthoff hat den Irak verlassen. Das bestätigte das Auswärtige Amt (AA) am Mittwoch. Die deutsche Archäologin war am Sonntag aus irakischer Geiselhaft entlassen worden. Osthoff wolle einige Tage mit ihrer Tochter verbringen. Wohin sie reiste, gab das AA nicht bekannt.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) dankte dem Krisenstab bei einem letzten Zusammentreffen am Mittwoch für die «professionelle Arbeit» im Entführungsfall Osthoff.

Die Deutsche befand sich seit Sonntag in «sicherer Obhut» der deutschen Botschaft in Bagdad. In einem Telefonat mit AA-Staatssekretär Klaus Scharioth hatte sie anschließend um Verständnis gebeten, dass sie zunächst nicht nach Deutschland zurückkehren wolle.

Lösegeld als Motiv

Osthoff wurde nach Erkenntnissen des Magazins «stern» von Männern aus dem Duleimi-Stamm entführt, dessen Angehörige vor allem im Westirak leben. Die deutschen Unterhändler hätten über Vermittler aus dem Stamm der Duleimi offenbar bereits seit zwei Wochen Kontakt zu den Entführern. Sie hätten zwar offiziell politische Forderungen erhoben, letztlich sei es ihnen aber nur um Lösegeld gegangen.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der am 11. Dezember in der ARD sagte, es sei «im Interesse der Geisel, den Mund zu halten», hatte laut «stern» damals bereits Kenntnis davon, dass Osthoff am Leben war und bald freikommen würde. Dass es dann bis zum 18. Dezember dauerte, habe vermutlich daran gelegen, dass wegen der irakischen Parlamentswahl die Überlandstraßen zwischen den Provinzen tagelang gesperrt gewesen seien. Die Geisel habe deshalb nicht aus ihrem Versteck nach Bagdad gebracht werden können.

Grauen vor dem Medienrummel

Osthoff ist laut «stern» nun extrem erschöpft. Es graue ihr vor dem Medienrummel in Deutschland. Nur ihre Tochter wolle sie treffen und das vermutlich in einem friedlichen arabischen Land.

Laut Bayerischem Rundfunk hat auch die Familie Osthoffs bislang keinen Kontakt zu der freigelassenen Geisel. Ihre Schwester Anja sagte dem Sender: «Toll wäre es, wenn wir sie sehen könnten. Dann könnten wir das auch alle besser verarbeiten. Aber man muss ihr das natürlich lassen, wie sie das will. Ich denke, man muss ihr schon viel Zeit geben.» (nz)

 
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