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Noch neun westliche Geiseln im Irak

18. Dez 2005 21:07
Entführter Franzose Bernard Planche
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Susanne Osthoff ist wieder frei. Doch noch immer befinden sich mindestens neun westliche Geiseln in der Hand irakischer Entführer. Eine Übersicht.

Mindestens neun westliche Geiseln befinden sich im Irak noch in den Händen von Kidnappern. Dabei handelt es sich um fünf Amerikaner, zwei Kanadier, einen Briten und einen Franzosen. Insgesamt sind derzeit etwa 75 Ausländer entführt oder vermisst. Von einigen gibt es seit über einem Jahr kein Lebenszeichen mehr. In den meisten Fällen ist unklar, ob die Täter Kriminelle oder Terroristen sind.

Nur einen Tag nach Susanne Osthoffs Entführung wurden am 26. November vier Mitglieder der christlichen Hilfsorganisation Christian Peacemaker Teams (CPT) aus den USA, Kanada und Großbritannien verschleppt. Ihre Kidnapper nennen sich «Schwert der Brigade für Rechtschaffenheit». Sie drohten mit der Ermordung der Geiseln, sollten nicht alle Gefangenen im Irak freigelassen werden. Ein bereits verlängertes Ultimatum war am Samstag vor einer Woche abgelaufen. Seither gibt es kein Lebenszeichen mehr vom Briten Norman Kember, den Kanadiern James Loney und Harmeet Singh Sooden und dem Amerikaner Tom Fox.

Verschleppter Franzose

Seit dem 5. Dezember befindet sich der Franzose Bernard Planche in den Händen von Entführern. Der Mitarbeiter der Hilfsorganisation AACCESS war aus seiner Wohnung in Bagdad verschleppt worden. Nach Angaben der irakischen Polizei waren drei Männer und eine Frau bei ihm eingedrungen, hatten ihn geschlagen und zum Mitgehen gezwungen. Bei ihrer Flucht lieferten sich die Entführer ein Feuergefecht mit einem zufällig anwesenden Polizisten. Seither gab es keine Informationen über Planches Schicksal mehr.

Unklar ist auch das Schicksal der US-Geisel Ronald Schulz. Obwohl auf einer Islamistenseite im Internet die Ermordung des 40 Jahre alten Amerikaners vermeldet wurde, wollte die US-Regierung dies bisher nicht bestätigen. Schulz arbeitete im Irak als Sicherheitsberater. In einem Video, das der arabische Sender Al Dschasira am 6. Dezember ausgestrahlt hatte, wurde mit seiner Ermordung gedroht, sollte die US-Armee nicht binnen 72 Stunden alle irakischen Gefangenen freilassen.

Von drei weiteren Geiseln gibt es seit Monaten keine Lebenszeichen mehr. Es handelt sich dabei um den amerikanischen Maschinenproduzenten Jeffrey Ake, den US-Geschäftsmann libanesischer Abstammung Sadeq Mohammed Sadeq und den US-Ingenieur irakischer Abstammung Aban Elias. Dieser wurde zuletzt am 3. Mai 2004 als Geisel in einem Video gezeigt. (nz)

 
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