netzeitung.deSteinmeier bittet Italien und Frankreich um Hilfe

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Frank-Walter Steinmeier (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Die Bundesregierung setzt bei ihren Bemühungen, die deutsche Geisel im Irak zu befreien, auf Italien und Frankreich. Beide Länder hätten bereits Erfahrungen mit Entführungen im Irak, sagte Außenminister Steinmeier. Thema: Entführung einer Deutschen Iraks Präsident setzt sich für Osthoff ein Sicherheitskräfte sollen Osthoff verraten haben Entführte Deutsche war mehrfach gewarnt worden Bundesregierung lässt sich nicht erpressen Sgrena rät zur Ausstrahlung von Osthoff-Video

Knapp eine Woche nach der Entführung einer Deutschen im Irak weiß die Bundesregierung noch nicht, wer die Geiselnehmer sind. Auch die Motive für die Tat sind unklar.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, er sei skeptisch, ob die Entführer es tatsächlich auf Lösegeld abgesehen hätten. Darüber wird derzeit spekuliert. «Ich halte das für einen möglichen, aber nicht belastbaren Schluss», sagte er.

Die 43-jährige Archäologin Susanne Osthoff und ihr irakischer Fahrer werden seit vergangenen Freitag vermisst. Auf einem Video, dass der ARD zugespielt wurde, sollen die Entführer ein Ende der deutsch-irakischen Zusammenarbeit gefordert haben.

Steinmeier nahm an der Sitzung des Krisenstabes des Auswärtigen Amtes teil, in dem bis zu 18 Mitarbeiter rund um die Uhr mit der Geiselnahme befasst sind. «Über die Nacht haben wir keine wesentlichen neuen Erkenntnisse sammeln können», sagte er anschließend.

Erfahrung mit Entführungen
Bei den Bemühungen um eine Befreiung Osthoffs arbeite Deutschland mit den Sicherheitsbehörden der Länder zusammen, die schon Erfahrungen mit Entführungen im Irak hätten. Der Außenminister nannte Italien und Frankreich. «Ein Kontakt zu den Entführergruppen hat über die bisher von uns angesprochenen Kontaktpersonen nicht stattgefunden», sagte Steinmeier.

Er betonte erneut, dass alle Maßnahmen so ausgerichtet würden, «dass Leben und Gesundheit der Geiseln nicht gefährdet werden». Steinmeier warnte deutsche Medien davor, Korrespondenten in den Irak zu schicken. «Ich kann im Moment nur davon abraten», sagte er mit Hinweis auf die Sicherheitslage in dem Land.

Talabani verurteilt Entführung
Der irakische Präsident Dschalal Talabani verurteilte die Entführung der Deutschen scharf und kündigte an, sich persönlich für ihre Freilassung einzusetzen. «Ich verabscheue diesen terroristischen Akt zutiefst und möchte mein tiefes Mitgefühl und meine Solidarität mit der Familie und den Angehörigen der Entführten zum Ausdruck bringen», sagte er der «Osnabrücker Zeitung».

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch zu Beginn ihrer Regierungserklärung gesagt, dass sich ihre Regierung nicht erpressen lassen werde. (nz)