Wachsende Zweifel an Bushs Irak-Strategie
01.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
US-Präsident George W. Bush wollte einen Befreiungsschlag landen, aber seine Kritiker sprechen nur vom «selben Geschwätz».
Zusätzlich umreißt ein 35 Seiten langes Papier über die «Nationale Strategie für einen Sieg im Irak» die Vorstellungen, wie aus dem von Gewalt und Terror gezeichneten Land ein stabiler Verbündeter der USA im Nahen Osten und beim Kampf gegen den Terrorismus werden soll.
Der Senator wies auf Umfragen hin, wonach 80 Prozent der Iraker einen Abzug der USA wünschten. «Unsere Präsenz ist Teil des Problems», sagte er. «Eine Strategie für den Rückzug ist deshalb eine Strategie für den Erfolg.»
Kerry meint auch, dass die Probleme im Irak nur mit politischen Mitteln und nicht mit Gewalt zu lösen seien. Bush hält mit seiner neuen «Nationalen Strategie für einen Sieg im Irak» dagegen, die zwei Wochen vor den Parlamentswahlen im Irak am Mittwoch vom Weißen Haus veröffentlich wurde.
Zwischen den Zeilen weicht das Strategiepapier von rosaroten Schilderungen über die großen Erfolge im Irak ab, denen nach Umfragen immer mehr US-Bürger einfach keinen Glauben mehr schenkten.
Nach Jahrzehnten der Tyrannei sei es nicht realistisch, dass in weniger als drei Jahren eine voll funktionierende Demokratie aufgebaut werden könne, heißt es. Außerdem dauere die Niederschlagung von Terrorismus und Volksaufständen viele Jahre und sei nur mit einem Mix aus militärischen, politischen und ökonomischen Mitteln zu erreichen.
Der nationale Sicherheitsberater im Irak, Muwafak al Rubaie, geht davon aus, dass es Ende des kommenden Jahres weniger als 100.000 sein werden. Diese Einschätzung deckt sich mit den Prognosen vieler US-Kommentatoren. Diese rechnen damit, dass Bush seinen republikanischen Kandidaten bei den Teilwahlen für den US-Kongress mit einer triumphalen und medienwirksamen Ankunft der Einheiten und Verbände kräftig Rückenwind geben wird. (dpa)

